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Herkunftskennzeichnung: Deutsche Fleischwirtschaft erwartet steigende Preise

Berlin (dts) - Die deutsche Fleischwirtschaft rechnet für den Fall einer verbindlichen Herkunftskennzeichnung mit deutlich steigenden Preisen. "Die gesamte Logistik und Kennzeichnung wird wesentlich aufwendiger", sagte Heike Harstick, die Hauptgeschäftsführerin des Verbands der Fleischwirtschaft (VDF), der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (Dienstagsausgabe). Die EU-Kommission prüft derzeit die Einführung einer verbindlichen Herkunftskennzeichnung für Schweine-, Geflügel-, Schaf- und Ziegenfleisch.

Je nach Art der Kennzeichnung könnten die Produktionskosten deutlich steigen, heißt es auch im Entwurf eines Berichts der EU-Kommission an das Europäische Parlament, so die Zeitung. Die höheren Kosten könnten zu einem Großteil an die Verbraucher abgegeben werden. Auch der Handelsverband Deutschland (HDE) hatte bereits gewarnt, eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Fleisch verursache "enorme Kosten", die "zwingend auf den Verbraucher abgewälzt werden müssten". NRW-Verbraucherminister Johannes Remmel (Grüne) bezweifelt hingegen, dass ein Herkunfts-Label für Fleisch zu massiven Preissteigerungen führt. "In der Vergangenheit wurden ja bereits erste Kennzeichnungspflichten eingeführt, wenn auch nur sehr rudimentäre. Jedes Mal wurde das Horrorszenario von Preiserhöhungen von der Lebensmittelindustrie an die Wand gemalt", sagte Remmel der Zeitung. "Transparenz bedeutet nicht automatisch Preiserhöhungen, denn viele Daten und Informationen über die Herkunft von Produkten und Zwischenprodukten liegen bei den Unternehmen ohnehin vor." Auch die Grünen-Verbraucherpolitikerin Bärbel Höhn forderte eine verbindliche Herkunftskennzeichnung. "Bei Eiern haben wir die Kennzeichnung und damit Rückverfolgbarkeit bis zum Betrieb", sagte Höhn der Zeitung. "Die Verbraucher wollen gerade bei Fleisch ausdrücklich auch den Herkunftsort und nicht nur den Ort der letzten Bearbeitung wissen." Es müsse Informationen zu den Stationen Geburt, Mast und Schlachtung geben.
Wirtschaft / DEU / Unternehmen / Nahrungsmittel
05.11.2013 · 07:16 Uhr
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