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Helfer: Das lange Warten in Santo Domingo

Rettungskräfte aus Mexiko bei einer Besprechung auf dem Flughafen Santo Domingo in der Dominikanischen Republik.Großansicht
Santo Domingo (dpa) - Die Reise nach Haiti war für viele Helfer eine erste große Herausforderung, bevor sie des Horrorszenarios in der vom Erdbeben zerstörten Hauptstadt ansichtig wurden.

Eine aus etwa 40 Mann bestehende britische Rettungsstaffel kreiste mit ihrem Flugzeug lange Zeit über dem Flughafen von Port-au-Prince, ehe das Benzin auszugehen drohte und die zweimotorige Maschine den Rückflug zum Regionalflughafen Isabel in Santo Domingo antreten musste. Dann hieß es warten - auch für die vier Suchhunde, die bereits durch den langen Flug aus Europa in die Karibik gestresst schienen.

Geduld mussten auch die Hilfstrupps aus anderen Ländern an den Tag legen, die für den kleinen Sprung nach Port-au-Prince fast so lange Zeit benötigten, wie für den Flug über den Atlantik. Andere - darunter viele Medienvertreter aus aller Welt - kamen erst gar nicht nach Haiti; sie hatten geglaubt, fliegen sei schneller als die Reise per Bus, Taxi oder Mietwagen. Sie blieben auch die Nacht zum Freitag in der Hauptstadt der benachbarten Dominikanischen Republik, um am frühen Morgen mit dem Ziel nach Haiti aufzubrechen.

Drei Flugzeuge, die bereits den Luftraum über Port-au-Prince erreicht hatten, wurden nach Santo Domingo zurückgeschickt. Der Grund: Der Flughafen war mit Flugzeugen voll besetzt, zusätzliche Landungen wurden untersagt. Die USA haben dem Vernehmen nach eine größere Anzahl von Großraummaschinen und Transporthubschraubern auf dem Flugfeld stationiert, um sie für den Einsatz zu präparieren. Die Hundestaffel aus England, aber auch eine Rettungsgruppe aus Spanien verloren einen Tag, um mit der wichtigen Arbeit der ersten Tage nach einer Katastrophe zu beginnen: der Suche nach Überlebenden.

Nur Besitzer privater Helikopter machten das Geschäft ihres Lebens. Ihre Maschinen waren nicht auf den Flughafen angewiesen. Sie konnten auch an anderen Stellen der haitianischen Hauptstadt landen. Am Dienstag kostete die Miete eines Helikopters für die zwei Flugstunden nach Haiti noch rund 1400 Dollar. Am Donnerstag wurden etwa 8000 Dollar verlangt. Allerdings waren bis zum Freitagabend alle Helikopter ausgebucht. Angesichts der Verurteilung zum untätigen Warten, machten sich die Mitglieder des Nothilfeteams der Deutschen Welthungerhilfe Gedanken darüber, die Zeit doch noch sinnvoll und zum Vorteil der hungernden Bevölkerung von Haiti zu nutzen. «Wir wollen jetzt möglichst schnell einen ersten LKW mit Hilfsgütern auf den Weg schicken», sagte die Sprecherin der Welthungerhilfe, Simone Pott, noch in Santo Domingo. Prinzipiell werden die Hilfsgüter jeweils in der Region beschafft.

Erdbeben / Haiti
15.01.2010 · 23:12 Uhr
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