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Haiti: «Baby Doc» Duvalier gibt sich betroffen

Der ehemalige Diktator Jean-Claude Duvalier - genannt «Baby Doc» - ist nach nach rund 25 Jahren im Exil in Frankreich in seine Heimat zurückgekehrt.Großansicht

Port-au-Prince (dpa) - Wenige Tage nach seiner Rückkehr nach Haiti hat sich Ex-Diktator Jean-Claude Duvalier - genannt «Baby Doc» - den Opfern seines Regimes gegenüber mitfühlend gezeigt.

Ich möchte den Menschen meine tiefe Betroffenheit ausdrücken, die sich als Opfer meiner Regierung sehen», erklärte Duvalier vor Journalisten in Port-au-Prince. Eine Entschuldigung blieb er allerdings schuldig. Auch ein Eingeständnis, dass es überhaupt Opfer seines Regimes gegeben habe, war der Formulierung nicht zu entnehmen.

Während der Herrschaft der Duvaliers - «Baby Doc» hatte das Terrorregime 1971 von seinem Vater François Duvalier, genannt «Papa Doc», übernommen - sollen mindestens 30 000 Menschen zu Tode gekommen sein. «Baby Doc» war erst 1986 entmachtet worden.

Der 59-Jährige war am vergangenen Sonntag überraschend nach rund 25 Jahren im Exil in Frankreich in seine Heimat zurückgekehrt. Nach stundenlangen Verhören durch Polizei und Staatsanwaltschaft wurde er unter der Auflage wieder freigelassen, sich den Justizbehörden zur Verfügung zu halten. Duvalier soll während seiner Amtszeit Millionenbeträge in dreistelliger Höhe veruntreut haben.

Nach Angaben von Amnesty International wollen die haitianischen Justizbehörden auch Menschenrechtsverbrechen während seiner Diktatur untersuchen. Das teilte die Menschenrechtsorganisation am Freitag nach einem Treffen ihres Haiti-Berichterstatters Gerardo Ducos mit Generalstaatsanwalt Harycidas Auguste und Justizminister Paul Denis in Port-au-Prince mit.

«Ermittlungen gegen Duvalier wegen Menschenrechtsverbrechen während seiner Amtszeit sind ein enormer Schritt nach vorne», betonte Ducos, der den Justizbehörden über 100 Dokumente mit Details zu Dutzenden Fällen überreichte. Dabei geht es den Angaben zufolge um systematische Folterungen, Verurteilungen ohne Prozess, Hinrichtungen und Verschleppungen in «Baby Docs» Amtszeit von 1971 bis 1986.

Diese Taten seien auch nach internationalem Recht Verbrechen und könnten nicht verjähren, betonte Ducos. Notwendig sei jetzt ein rascher, unparteiischer Prozess, der Gerechtigkeit für diejenigen bringe, die schon zu lange darauf gewartet hätten.

Innenpolitik / Menschenrechte / Haiti
22.01.2011 · 09:27 Uhr
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