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Haftbefehle nach Dissidenten-Mord erschweren EU-Beitritt Kroatiens

Berlin/Zagreb (dts) - Sieben deutsche Haftbefehle wegen Mordes gegen frühere hochrangige Mitarbeiter des jugoslawischen Geheimdienstes erschweren den zügigen Beitritt Kroatiens zur Europäischen Union. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtet, halten die Bundesanwaltschaft und das bayerische Landeskriminalamt (LKA) an der Auslieferung der verdächtigen Männer fest. Sie sollen in den 80er-Jahren die Ermordung des kroatischen Dissidenten Stjepan D. angeordnet haben, der mit einem Enthüllungsbuch über kriminelle sozialistische Cliquen gedroht hatte.

D. war 1983 in Wolfratshausen bei München von zwei Männern durch Schüsse und Axthiebe ermordet worden. Der Bundesnachrichtendienst (BND) hatte den Staatsschutz der Münchner Polizei um Schutzmaßnahmen für D. gebeten. Wie "Focus" unter Berufung auf ein Dokument berichtet, hatte der frühere Marketingchef des staatlichen Ölkonzerns INA als Agent für den BND gearbeitet. Ein halbes Jahr nach den Warnungen wurde D. umgebracht. Der Hauptverdächtige Josip P. hat sich "Focus" zufolge kürzlich in zwei Briefen an das geheim tagende Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestags über die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft beschwert. In den Protestschreiben wies P. darauf hin, dass er in der Wendezeit gut mit den deutschen Nachrichtendiensten zusammengearbeitet habe.
DEU / Kroatien / EU / Weltpolitik / Kriminalität / Justiz
13.02.2011 · 10:06 Uhr
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