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Hackergruppe attackiert US-Sicherheitsberater

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Berlin/Washington (dpa) - Ausgerechnet ein renommiertes US-Beratungsunternehmen für internationale Sicherheitsanalysen ist über Weihnachten einem spektakulären Hackerangriff zum Opfer gefallen.

Die Internet-Aktivistengruppe Anonymous stahl nach eigener Darstellung tausende Kreditkartendaten von Kunden des Unternehmens Stratfor, dem enge Kontakte zum US-Geheimdienst CIA nachgesagt werden.

Ziel der Aktion sei es, «mehr als eine Million Dollar» (770 000 Euro) als Weihnachtsspenden an gemeinnützige Einrichtungen umzuverteilen, zitierten US-Medien ungenannte Anonymous-Mitglieder. Opfer hätten bereits von nicht genehmigten Überweisungen berichtet.

Die internationale Hacker-Gruppe prahlte im Netz damit, neben den Daten zu mindestens 4000 Kreditkarten auch eine Liste mit Kunden gestohlen zu haben. Dabei dürfte es sich vor allem um Empfänger eines kostenpflichtigen täglichen Newsletters handeln. Stratfor bietet seinen Kunden Analysen zu aktuellen geopolitischen Sicherheitsfragen wie Terrorismus, politische Umwälzungen oder Machtwechsel in einzelnen Ländern.

Die im Internet gezeigte Aufstellung umfasst Finanzinstitute wie die Bank of America, Unternehmen wie den Flugzeugbauer Boeing oder den Computerhersteller Apple und Medien wie den US-Fernsehsender NBC. Auch Regierungs- und Militäreinrichtungen gehören offenbar dazu, darunter die amerikanische Luftwaffe und das US-Justizministerium.

Stratfor bestätigte den Angriff unter anderem aus seiner Seite im sozialen Netzwerk Facebook: «Am 24. Dezember haben Unbefugte personenbezogene Daten und dazugehörige Kreditkartendaten von einigen unserer Kunden offengelegt.» Ermittlungen seien aufgenommen worden. Der Internetauftritt des Unternehmens mit Sitz in Texas ging auf unbestimmte Zeit vom Netz.

Im Kurznachrichtendienst Twitter und auf verlinkte Internetseiten gaben die Hacker zahlreiche Details zu ihrer Aktion preis. So zeigten Sie einen Screenshot, der belegen soll, dass mit einer der geklauten Kreditkartennummern eine Spende über 494 Dollar an einen Versender von Carepaketen getätigt worden sei. Zudem machten sie sich über die laxe Verschlüsselung der Stratfor-Daten lustig. Die Prüfziffern der Kreditkarten seien zum Beispiel im Klartext gespeichert worden. Auch Passwörter von Nutzern legten die Datendiebe offen.

Hinter dem Namen Anonymous steckt nicht eine einzelne, fest organisierte Hackergruppe, sondern eine breit angelegte Bewegung. Ihre Mitglieder setzen sich ein für den freien Datenfluss, Redefreiheit und gegen Zensur. Unter dem Decknamen starteten Aktivisten schon zahlreiche Angriffe auf Banken, Kreditaktenfirmen, oder auch staatlichen Einrichtungen.

Den Angaben auf Twitter zufolge habe es sich bei der Attacke auf Stratfor nur um den Beginn einer längeren Angriffsserie auf Server im Internet gehandelt.

Internet / Kriminalität / USA
26.12.2011 · 19:36 Uhr
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