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Gymnasiast stirbt bei Würgespiel

Rettungsassistenten mit einem Patienten. (Archiv- und Symbolbild)Großansicht
Potsdam (dpa) - Nach dem tragischen Tod eines 14-Jährigen will das Potsdamer Bildungsministerium über die Gefahren von Würgespielen aufklären. Schnellstmöglich solle ein Informationsblatt für Eltern und Lehrer vorliegen.

Das sagte Ministeriums-Sprecher Stephan Breiding am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa in Potsdam. «Den meisten Jugendlichen ist nicht bekannt, dass solche Spiele genauso tödlich sein können wie Drogen.» Der 14-Jährige aus dem Havelland hatte sich laut «Märkischer Allgemeiner» hingekniet, mit einem Strick kurzzeitig stranguliert und dabei offenbar das Bewusstsein verloren. Die Ermittler äußern sich nicht zu Details, sie sprechen von einem Unfall.

Als die Leiche des Jungen entdeckt wurde, war laut Zeitung noch der Computer angeschaltet, «die Anleitung für das Spielchen soll dort noch abrufbar gewesen sein, mit dem sich nach Aussagen französischer Experten in jüngster Zeit vor allem Jungen einen Rausch verschaffen wollen». Die Polizei war in der Nacht zum Samstag alarmiert worden. Über ähnliche Fälle in Brandenburg liegen dem Landeskriminalamt keine Zahlen vor. Auch aus dem Potsdamer Innenministerium hieß es, dass es aus polizeilicher Sicht dazu bisher keine Erkenntnisse gibt.

Breiding betonte, dass dies ein relativ neues Phänomen in Deutschland sei. Allerdings gebe es in der Jugendszene offenbar eine Subkultur, die sich mit solchen Würgespielen befasse. In dem Infoblatt sollen diese lebensgefährlichen Spiele näher beschrieben werden und Eltern und Lehrer Hinweise erhalten, wie sie erkennen können, dass Jugendliche so etwas praktizieren. Experten zufolge gibt es körperliche Merkmale wie blutunterlaufene Augen oder Würgespuren am Hals. Das Infoblatt soll auch Beratungsangebote enthalten. Er bestätigte damit Informationen des RBB-Hörfunksenders Fritz.

Mit dem Tod des 14-jährigen Gymnasiasten aus dem Havelland befasst sich die Potsdamer Staatsanwaltschaft, die ein Todesermittlungsverfahren führt. «Wir haben keine Hinweise auf ein Fremdverschulden, alles spricht für einen Unfall», sagte ein Sprecher. Mit Verweis auf den Persönlichkeitsschutz des Jugendlichen wolle er keine Details zu dem Vorfall bekanntgeben.

In Frankreich ist das gefährliche Würgen bis zum Umfallen bereits seit Jahren immer wieder ein Thema. Dort soll ein junger Mensch pro Monat dabei ums Leben kommen. Etliche Kinder und Jugendliche erleiden Hirnschäden, weil sie nicht wie geplant schnell wieder aus der Bewusstlosigkeit aufwachen.

Unfälle
09.12.2009 · 16:20 Uhr
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