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Guttenberg spricht von «Wahnsinn» in Afghanistan

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Selsingen (dpa) - Für Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) war es die dritte Trauerfeier der Bundeswehr innerhalb eines guten halben Jahres. Wieder fand er klare Worte zum Afghanistan-Einsatz und erklärte sich mitverantwortlich für den Tod deutscher Soldaten.

Eine Woche nach dem Selbstmordanschlag auf die Bundeswehr in Nordafghanistan nahmen hunderte Angehörige, Soldaten und Spitzenpolitiker Abschied von dem getöteten Sanitätsfeldwebel. Guttenberg sagte in einer bewegenden Trauerfeier im niedersächsischen Selsingen: «Ich empfinde die gewaltige Schwere der Verantwortung für das Leben eines Soldaten.» Gleichzeitig fühle er sich aber auch dafür verantwortlich, «dass dieser erlebte Wahnsinn niemals seinen schrecklichen Siegeszug in unserer Welt antritt».

An der Trauerfeier für den im Alter von 26 Jahren gefallenen Florian Pauli nahmen rund 600 Trauergäste teil, darunter der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister (CDU), SPD- Chef Sigmar Gabriel und Bundeswehr-Generalinspekteur Volker Wieker. Mehrere hundert Menschen verfolgten die Zeremonie draußen auf einer Leinwand.

Pauli wurde in der vergangenen Woche in der Provinz Baghlan von einem Attentäter mit in den Tod gerissen. Damit stieg die Zahl der toten Bundeswehrsoldaten seit Beginn des Einsatzes in Afghanistan 2002 auf 44.

Guttenberg sprach von «perfider und feiger Gewalt» gegen die Bundeswehr. Die radikalislamischen Aufständischen in Afghanistan würden mit ihrem Handeln «ihre eigene Religion und Kultur nur noch verhöhnen», sagte der Minister. «Wir empfinden Fassungslosigkeit.» Der Verteidigungsminister forderte mehr Unterstützung für die Soldaten im Einsatz. «Die Anerkennung darf nicht erst hier beginnen», sagte er.

Allein in diesem Jahr fielen acht Bundeswehrsoldaten in Kämpfen mit den radikalislamischen Taliban. Bereits Anfang April hatte in Selsingen eine Trauerfeier für drei getötete Fallschirmjäger stattgefunden, an der auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teilnahm. Zwei Wochen später wurden in Ingolstadt vier in der Provinz Baghlan getötete Soldaten geehrt.

Konflikte / Trauerfeier / Afghanistan
15.10.2010 · 17:20 Uhr
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