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Guttenberg ermutigt «Gorch-Fock»-Kadetten

Guttenberg in der Marineschule MürwikGroßansicht

Flensburg (dpa) - Drei Monate nach dem Tod einer Kadettin auf der «Gorch Fock» hat Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) mit ihren Kameraden in der Marineschule Mürwik gesprochen.

Dabei sicherte er den Offiziersanwärtern seine volle Unterstützung zu: «Ich stehe vor jedem Soldaten.» Fragen nach der Zukunft des Segelschulschiffes wich Guttenberg aus. Zunächst müssten Vorwürfe «sauber» abgearbeitet werden und das Ausbildungskonzept zukunftsfest sein. Er würde sich aber freuen, wenn es eine Zukunft für die «Gorch Fock» gäbe.

Guttenberg sprach in der Aula des Flensburger Kasernengeländes über das Thema «Ausbildung, Erziehung, Fürsorge» und diskutierte anschließend - hinter verschlossenen Türen - eine Stunde lang mit den 300 Soldaten, darunter 60 Offiziersanwärter. Einige von ihnen waren im November vergangenen Jahres an Bord, als die 25-jährige Soldatin tödlich verunglückte. Sie stürzte aus rund 27 Metern Höhe aus der Takelage aufs Deck.

Kameraden der Kadettin hatten anschließend gegen die Stammmannschaft des Segelschulschiffs Vorwürfe der Drangsalierung bis hin zur sexuellen Nötigung erhoben und damit die Affäre ins Rollen gebracht. Sie hatten auch einen unsensiblen Umgang der Schiffsführung mit dem Todesfall beklagt.

Guttenberg zeigte sich zufrieden mit seinen Gesprächen in Mürwik. Auch der Stammbesatzung der «Gorch Fock» habe er eine direktes Gespräch angeboten, allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Besatzung hatte unter anderem die Abberufung ihres Kapitäns Norbert Schatz durch Guttenberg heftig kritisiert.

Laut «tagesschau.de» haben inzwischen mehrere Besatzungsmitglieder angekündigt, nach Rückkehr des Schiffes ihren Dienst quittieren zu wollen. Die «Gorch Fock» ist auf dem Weg nach Deutschland und liegt derzeit im chilenischen Valparaiso. Das Segelschulschiff galt bis zur Affäre als der Stolz der Marine.

Guttenberg hat unterdessen auch mit der Mutter der verunglückten Kadettin gesprochen. Zum Inhalt wollte er sich aber nicht äußern. In der vergangenen Woche hatten Berichte für Aufsehen gesorgt, nach denen die Offiziersanwärterin übergewichtig und möglicherweise dienstuntauglich gewesen sein soll. Das Verteidigungsministerium hatte sich dazu unter Hinweis auf die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen nicht öffentlich geäußert.

Die Mutter der jungen Frau gab die Verantwortung für die Spekulationen der Bundeswehr. «Wir erwarten, dass Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sich dafür entschuldigt», forderte ihr Anwalt Thomas Kock im «Focus».

Der Minister ging öffentlich nicht darauf ein. Am Nachmittag besuchte er auch die Unteroffiziersschule in Plön, wo angehende Marineoffiziere in der Regel eine ihrer Stationen absolvieren.

Verteidigung / Bundeswehr / Marine
14.02.2011 · 18:18 Uhr
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