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Gutachter: Hauptangeklagter im Ehrenmord "Gülsüm" voll schuldfähig

Kleve (dts) - Im Fall des "Ehrenmordes" an einer 20-jährigen Kurdin in Rees am Niederrhein ist der mutmaßliche Haupttäter nach Einschätzung des Gutachters voll schuldfähig. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Focus" unter Berufung auf das psychiatrische Gutachten des Sachverständigen Norbert Leygraf am Montag. Er sieht keine Anhaltspunkte für eine psychische Störung des Angeklagten Davut S., des 20-jährigen Bruders des Opfers Gülsüm S. Der Gutachter verneint laut dem Magazin zudem einen alkoholbedingten Rauschzustand, der das Bewusstsein des Angeklagten getrübt haben könnte. Anders als im Geständnis bei der Polizei hatte Davut S. während der Begutachtung im Gefängnis erzählt, er habe vor der Tat eine halbe Flasche Whiskey und eine kleine Flasche Wodka getrunken. Vor dem Landgericht Kleve beginnt am Freitag der Prozess gegen Davut S. sowie dessen 49-jährigen Vater und einen 32-jährigen Russen. Ihnen wird vorgeworfen, am 2. März 2009 Gülsum S. getötet zu haben. Laut Anklage musste sie sterben, weil sie sich den traditionellen Regeln der Familie nicht länger unterwerfen wollte. Als Bruder und Vater erfuhren, dass Gülsüm ihre Jungfräulichkeit verloren hatte, sollen sie beschlossen haben, die Frau zu töten. Damit wollten sie die Ehre der Familie wiederherstellen.
DEU / Justiz / Familien / Gewalt
01.11.2009 · 06:13 Uhr
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