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Gutachten listet 80 Mängel am AKW Biblis auf

Wiesbaden (dpa) - Veraltete Kabel und Rohre, kein Schutz gegen die Folgen von Überschwemmungen und Erdbeben: Ein Gutachten bescheinigt dem Atomkraftwerk Biblis in Südhessen einem Bericht zufolge gravierende Schwachstellen.

Mindestens 80 sicherheitsrelevante Defizite habe das Darmstädter Öko-Institut im fast 35 Jahre alten Block B gefunden, schrieb die «Süddeutsche Zeitung» am Dienstag. Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) erklärte, Biblis sei sicher. Die Opposition im hessischen Landtag forderte, den Meiler abzuschalten.

Die Biblis-Blöcke von 1974 und 1976 gehören zu den ältesten Meilern in Deutschland, die am Netz sind. Die vom Bundeskabinett beschlossene Laufzeit-Verlängerung gibt ihnen je nach Auslastung eine Frist bis etwa 2020. In der bisher unveröffentlichten Studie des Öko- Instituts heißt es der Zeitung zufolge, der Meiler Biblis B entspreche in vielen Punkten nicht mehr dem heutigen Stand der Technik und müsse aufwendig nachgerüstet werden. Eine Nachrüstung ist allerdings bereits geplant. Sie soll mit dem Bund abgestimmt werden.

Das Gutachten sollte im Auftrag des Bundesumweltministeriums Vorwürfe der Ärzteorganisation IPPNW prüfen. Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) sagte in Berlin, den Auftrag für das Gutachten habe 2007 sein Vorgänger Sigmar Gabriel (SPD) erteilt. Das Umweltministerium in Wiesbaden berichtete, es sei dort seit Ende 2009 bekannt und geprüft worden. Demnach gebe es keine sicherheitsrelevanten Schwachstellen in Biblis.

Energie / Atom
28.09.2010 · 22:44 Uhr
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