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Günter Wallraff bekundet Solidarität mit im Iran inhaftierten "Bild"-Reportern

Berlin (dts) - Der Publizist Günter Wallraff hat im Gespräch mit der Tageszeitung "Die Welt" (Freitagausgabe) seine Solidarität mit den im Iran inhaftierten Reportern der "Bild am Sonntag" bekundet. Die Journalisten werden in Teheran festgehalten, seit sie versucht haben, mit dem Sohn der wegen Ehebruchs zum Tode verurteilten Iranerin Sakine Mohammadi Aschtiani ein Interview zu führen. "Ich sehe in diesen beiden Kollegen mutige Journalisten, die ihrer Aufgabe gerecht wurden, Menschenrechtsverletzungen sichtbar zu machen, und denen meine volle Solidarität zukommt."

Günter Wallraff gehörte in den 70er- und 80er-Jahren zu den schärfsten Kritikern der "Bild"-Zeitung. Im Jahr 1977 arbeitete er unter einem falschen Namen bei der "Bild"-Zeitung in Hannover und schrieb über seine Recherche den Bestseller "Der Aufmacher". Den Iran bezeichnete Wallraff in dem Interview als "die zurzeit größte Bedrohung der Weltgemeinschaft". Außerdem warf er der Linken in Deutschland vor, Menschenrechtsverletzungen in islamischen Ländern nicht eindeutig zu thematisieren: "Gerade bei fortschrittlich eingestellten Menschen, die mir nahestehen, gibt es eine bedauerliche Tendenz, Menschenrechtsverletzungen in islamischen Ländern nicht eindeutig genug zu thematisieren." In der Türkei müsse neben wirtschaftlichen Standards auch die Einhaltung der Menschenrechte eingeklagt werden: "Gerade als Freund der Türkei kann man die Türkei gar nicht genug kritisieren." Das Gespräch mit Günter Wallraff fand in Istanbul statt, wo der Journalist den Prozess gegen den wegen Mordes angeklagten Kölner Schriftsteller Dogan Akhlani beobachtete. Akhlani wurde am Mittwoch aus der Haft entlassen.
DEU / Iran / Zeitungen / Justiz
09.12.2010 · 16:37 Uhr
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