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Grüne wollen «deutlich nachbessern»

Renate KünastGroßansicht

Berlin (dpa) - Die Grünen wollen Konsequenzen aus dem teils enttäuschenden Abschneiden bei den Berliner Wahlen ziehen. Auf Rot-Grün in der Hauptstadt wollen sie selbstbewusst hinarbeiten. Im Bund sehen sie die Wunschkonstellation keineswegs als sicher an.

Spitzenkandidatin Renate Künast kündigte am Montag in Berlin an, an den Sondierungsgesprächen mit der SPD und auch an erwünschten Koalitionsverhandlungen teilzunehmen. Dann will sie als Fraktionschefin im Bundestag weitermachen.

Mit Künast blieben die Grünen in Berlin mit 17,6 Prozent deutlich hinter ihren eigenen Erwartungen zurück, auch wenn sie 4,5 Punkte zulegten und ihr bestes Ergebnis in der Hauptstadt holten.

«Dank unserer Zuwächse kann die SPD mit uns regieren», sagte Parteichef Cem Özdemir. Doch: «In Berlin gibt es noch mehr Raum für die Grünen, was Stimmenzuwächse angeht.»

Künast, die eigentlich Regierungschefin werden wollte, sagte: «Es wäre sicher noch das eine oder andere drin gewesen.» Das werde man auswerten. Künast wies auf das Problem hin, dass die Grünen neue Wähler hinzugewinnen wollten, ohne ihre eher linken Stammwähler zu verprellen. Doch sie meinte auch: «Wir gehen durchaus mit Stolz und mit dem Wissen, wir bringen die Stimmen über den Durst, in Sondierungsgespräche.»

Hinter verschlossener Türe machten führende Grüne nach Teilnehmerangaben keinen Hehl daraus, dass sie ein Abschneiden in der Hauptstadt hinter dem Bundestrend nicht als normal ansehen. Insbesondere habe die Mischung aus Inhalten, personeller Zuspitzung und konkreten Themen im Berliner Wahlkampf nicht gestimmt, hieß es.

«Da haben wir deutlich nachzubessern», sagte Parteichefin Claudia Roth. Die Grünen als Programmpartei müssten in so einem Wahlkampf ihre Inhalte deutlich rüberbringen. Indirekt übte Özdemir auch Kritik an den Wahlplakaten der eigenen Partei im Vergleich zu denen der erfolgreichen Piratenpartei: «Da war das eine oder andere Plakat dabei, das ich mir auch bei den Grünen hätte vorstellen können.»

Für die anstehenden Sondierungen mit der Berliner SPD über eine Koalition gilt nach übereinstimmender Aussage der Grünen: «Uns gibt's nicht zum Nulltarif.» Bildung, Mieten, Arbeitsplätze seien die Hauptthemen, sagte Künast. Zum Streitpunkt Autobahn A 100 in der Stadt sagte sie: «Wir werden einem Weiterbau der A 100 keinesfalls zustimmen - der Satz gilt.»

Wahlen / Berlin / Grüne
19.09.2011 · 15:19 Uhr
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