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Grüne rüsten sich gegen Gegenwind

Der Parteivorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Cem Özdemir (Archivbild)Großansicht

Berlin (dpa) - Die Grünen wollen ihre Rekordumfragen bei den sechs Landtagswahlen 2011 in deutliche Zugewinne oder Siege ummünzen. Ihre Führung schwört die Partei ein, sich gegen immer schärferen Gegenwind der Konkurrenz zu wappnen.

«Da müssen sich manche Grüne daran gewöhnen, wie hart das wird», sagte Parteichefin Claudia Roth kurz vor dem ersten Grünen-Bundesparteitag seit dem Umfragehoch.

«Wir setzen zum ersten Mal bei zwei Landtagswahlen auf Sieg», sagte Roth. Die Grünen wollen 2011 die Regierungschefs von Baden-Württemberg und Berlin ablösen. Sie wollen in die Landtage von Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern einziehen. In Bremen wollen sie dazugewinnen.

«Wir müssen liefern», sagte Roth. Der Konvent ab Freitag in Freiburg solle sich nicht mit Umfragen oder Koalitionsspekulationen beschäftigen, sondern Konzepte in der Energie-, Kommunal- und Gesundheitspolitik weiterentwickeln. Die anderen Parteien versuchten den Grünen mit Vorurteilen beizukommen, meinte Roth. «Zu sagen, die Grünen sind gegen Großprojekte - das ist der Versuch eines Klischees.»

Der Co-Vorsitzende Cem Özdemir warnte seine Partei, die verstärkte Beobachtung zu unterschätzen. «Da wird alles genau unter die Lupe genommen, denn die Zahl der Gegner hat sich nicht gerade reduziert», sagte er der Nachrichtenagentur dpa. «Dieser Höhenflug kann so flüchtig sein wie hochprozentiger Schnaps.» 

Die CDU werde Baden-Württemberg nicht kampflos aufgeben. Gerade bei Reizthemen wie Stuttgart 21 oder den Castor-Transporten dürften die Grünen nicht der Verlockung falscher Versprechungen folgen. «Wir müssen immer darauf achten, dass wir das, was wir vor der Wahl versprechen, nach der Wahl auch umsetzen können.»

Özdemir versicherte: «Wir sind keine Ein-Themen oder Gegen-Partei, sondern eine Für-Partei.» Einen Widerspruch zwischen ursprünglich radikalen Ansichten und dem Interesse der gesellschaftlichen Mitte sieht er nicht: «Die Mitte der Gesellschaft ist heute sicherlich näher bei den Grünen als bei Schwarz-Gelb.»

Als Volkspartei sieht Özdemir die Grünen dennoch nicht. «Ich benutze den Begriff nicht, weil er gegenwärtig eher Krise assoziiert - wenn man an die traditionellen Volksparteien denkt.» Außerdem sei die Partei mit mehr als 51 000 Mitgliedern trotz deutlicher Zuwächse immer noch viel kleiner als andere.

Parteien / Grüne
15.11.2010 · 16:37 Uhr
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