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Großmutter erschießt drei Angehörige

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Washington (dpa) - Familiendrama in den USA: Eine möglicherweise psychisch kranke Großmutter hat drei Angehörige und dann sich selbst erschossen.

Die etwa 60 Jahre alte Frau tötete am Donnerstag (Ortszeit) in ihrem Haus in Seattle (Bundesstaat Washington) zunächst ihren Schwiegersohn und dann zwei 14 und 17 Jahre alte Enkelinnen, wie die die «Seattle Times» berichtete. Ihrer flüchtenden Tochter habe sie in den Rücken geschossen. Die Verwundete überlebte schwer verletzt. Als Polizisten vor dem Haus eintrafen, erschoss sich die Großmutter dem Bericht zufolge selbst.

Eine weitere Tochter konnte während der Schießerei flüchten, ebenso zwei Enkel, hieß es außerdem. Einer von ihnen sei 16 Jahre alt. Er habe sich seine 6 Jahre alte Schwester geschnappt und sei weggerannt. Es seien so viele Familienmitglieder zu Hause gewesen, weil sie sich gegenseitig mit einer Krankheit angesteckt hatten, berichtete die Zeitung.

Laut Polizei war am frühen Nachmittag der Notruf eines Enkels eingegangen, der angab, seine Großmutter schieße um sich. Auch nachdem die Beamten am Tatort eintrafen, habe die Frau das Feuer nicht eingestellt. Der Ehemann der Täterin, der nicht daheim gewesen war, betrat schließlich das von der Polizei abgesperrte Haus, kurz bevor zwei weitere Schüsse zu hören waren. Er konnte der Polizei nur noch berichten, dass seine Frau sich selbst erschossen habe. Dem lokalen Fernsehsender «KOMO» zufolge fand die Polizei nach der Tat zwei Pistolen in dem Mietshaus.

Die Motive der aus Kambodscha stammenden Frau blieben zunächst im Dunkeln. Die überlebende Tochter soll Polizisten gesagt haben: «Meine Mutter ist durchgedreht.» Ein 17 Jahre alter Enkel, der während der Schießerei nicht im Haus war, sagte der «Seattle Times», seine Oma habe keinerlei Grund für die Tat gehabt. Verwandten zufolge habe die Frau unter psychischen Störungen gelitten und sei deswegen mehrfach in Behandlung gewesen.

Insgesamt lebten elf Menschen aus zwei Familien unter dem Dach des kleinen Hauses. Die Großmutter soll erst vor kurzem eingezogen sein. In dem Stadtteil im Westen leben viele Asiaten, teils unter sehr beengten Verhältnissen.

Im baden-württembergischen Lörrach hatte eine Frau am vergangenen Sonntag ihren kleinen Sohn, dessen Vater und einen unbeteiligten Krankenpfleger getötet. Das genaue Motiv konnte nicht geklärt werden. Die Frau lebte seit kurzem getrennt von Mann und Sohn. Sie wurde bei dem Amoklauf von Polizisten erschossen. Amokläufe von Frauen sind verhältnismäßig selten, häufiger sind Männer die Täter.

«Seattle Times»-Bericht

Kriminalität / USA
24.09.2010 · 16:20 Uhr
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