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Große Schäden durch Feuer auf Sylt - Brandstiftung?

Brände auf SyltGroßansicht

Sylt (dpa) - Brandserie auf der Trauminsel: Auf Sylt jagte in der Nacht zum Montag ein Feueralarm den nächsten. Mehr als 200 Menschen mussten nach Angaben von Polizei und Feuerwehr ein Hotel in Wenningstedt verlassen. Etwa 180 flohen aus der «Akademie am Meer» bei List.

Auch in einem Pflegeheim wurde gezündelt. Sylts Bürgermeisterin Petra Reiber sprach von insgesamt fünf Brandorten mit elf Brandherden. Sie vermute wie die Polizei Brandstiftung, sagte Reiber der Nachrichtenagentur dpa. Die Kripo ermittelt. Der gesamte Sachschaden könnte Millionenhöhe erreichen. Vier Menschen wurden bei den Brandeinsätzen verletzt.

Nach dem Schrecken der Nacht kamen die vertriebenen Gäste vorübergehend in einer Halle des Sylter Flughafens unter, die sie im Laufe des Nachmittags wieder verließen. Alle Feuerwehren der Nordseeinsel waren bis zum Morgen im Dauereinsatz.

Am schlimmsten betroffen war die Volkshochschule Klappholttal («Akademie am Meer») in den Dünen zwischen Kampen und List. «Wir haben zwei Gebäude verloren», berichtete Wehrführer Andreas Fließ. So brannte das Wirtschaftsgebäude samt Speiseräumen ab. Zerstört wurde auch eine Baracke mit Unterkunftsräumen für Personal und Gäste. In einem weiteren Haus konnte ein Polizist ein gerade ausgebrochenes Feuer löschen. Dort hatte laut Feuerwehr vermutlich jemand Prospekte und eine Tischdecke angezündet. Bei einem Unfall mit einem Feuerwehrauto gab es drei Leichtverletzte.

Auf dem 7,5 Hektar großen Gelände der Volkshochschule stehen insgesamt rund 150 kleine Häuser mit 250 Betten. Der Sachschaden hier wird auf einen sechsstelligen Betrag geschätzt. Bis zu 150 Feuerwehrleute aus fast allen Inselorten waren hier im Einsatz. Erschwert wurde ihre Arbeit dadurch, dass wegen des Feuers der Zugang zur Wasserentnahmestelle versperrt war. Erst in 1,5 Kilometern Entfernung war ein Anschluss an die Wasserversorgung möglich.

Im Wenningstedter Vier-Sterne-Hotel «Windrose» der Lindner-Kette mussten rund 250 Gäste das fast direkt am Strand gelegene Haus verlassen, nachdem Feuer im Keller eines Nebengebäudes ausgebrochen war. «Dort hat Wäsche gebrannt», sagte Wehrführer Ralf Winter der dpa. «Warum, wissen wir nicht.» Die Ursprungsvermutung, ein Blitz habe den Brand verursacht, bestätigte sich nicht. Das Feuer wurde schnell gelöscht.

Wegen Verrußung war das Hotel laut Polizei zunächst nicht bewohnbar. Die Hotelgäste konnten am Nachmittag aber ihre Sachen abholen. Viele von ihnen reisten nach Angaben der Bürgermeisterin nach Hause, andere bekamen Ersatzquartiere. Wer keine Unterkunft fand, konnte auch in der Flughafenhalle noch einmal übernachten.

Erst in der Nacht zum vorigen Donnerstag hatte es in einem Appartementhaus in Westerland einen Kellerbrand gegeben. Daraufhin mussten rund 60 Menschen in der Flughafenhalle übernachten. «Die Ermittlungen dauern an», sagte Polizeisprecherin Kristin Stielow zu den ungeklärten Ursachen für die nächtlichen Feuer auf Sylt.

Die Stimmung der von den Bränden Betroffenen in der Katastrophenschutzhalle auf dem Flughafen beschrieb Reiber als ruhig. «Die Menschen fühlen sich sehr gut versorgt und betreut, alles läuft Hand in Hand.» Helfer brachten Essen und Getränke, das Rote Kreuz hatte Betten aufgestellt. «Innerhalb der Halle wurden auch noch Zelte aufgestellt, speziell für Familien mit Kindern», schilderte Reiber. Für die Kleinen gab es auch Kuscheltiere. «Noch in der Nacht haben einige Einzelhändler ihre Geschäfte aufgemacht, damit die Leute sich versorgen konnten», sagte die Bürgermeisterin. «Ein Bäcker hat um 4.00 Uhr Brötchen geliefert.»

Brände
16.08.2010 · 17:11 Uhr
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