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Großdemo gegen Stuttgart 21

Eine Frau protestiert auf dem Stuttgarter Schlossplatz gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21.Großansicht

Stuttgart (dpa) - Der Straßenprotest gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 nimmt kein Ende: Am Freitagabend protestierten erneut Zehntausende gegen das Projekt. Sie bildeten eine Menschenkette zwischen den Parteizentralen der CDU und der SPD.

In einem «Stuttgarter Appell» fordern bisher mehr als 54 000 Menschen einen Baustopp und eine Bürgerbefragung zu dem Milliardenvorhaben. Mehrere Initiativen äußerten den Wunsch nach Gesprächen mit den Befürwortern. Dabei sollten auch Kosten- und Verkehrskalkulationen diskutiert werden, forderte der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Peter Conradi. SPD-Landesparteichef Nils Schmid forderte eine Volksabstimmung. «Eine solche gesellschaftliche Konfliktsituation kann man nicht einfach nach dem Motto "Augen zu und durch" beruhigen.»

Das Grünen-Bundestagsmitglied Winfried Hermann (Grüne) begrüßte den SPD-Vorstoß für einen Volksentscheid. Dagegen wendet sich die FDP-Landesvorsitzende Birgit Homburger. Für sie ist der Umbau ein «zentrales Projekt für die Zukunftsfähigkeit Baden-Württembergs». SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel sprach sich in den «Stuttgarter Nachrichten» (Samstag) dafür aus, für einen Volksentscheid zu Stuttgart 21 die Landesverfassung zu ändern.

Das Milliardenprojekt Stuttgart 21 sieht den Umbau des Stuttgarter Kopfbahnhofs in eine unterirdische Durchgangsstation und deren Anbindung an die geplante ICE-Neubaustrecke nach Ulm vor. Die Bahn geht bisher davon aus, dass die Tieferlegung 4,1 Milliarden Euro kostet und die Neubaustrecke nach Ulm 2,9 Milliarden Euro. Kritiker rechnen mit deutlich höheren Kosten.

Verkehr / Bahn / Stuttgart 21
10.09.2010 · 21:30 Uhr
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