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Großbritannien erhöht Terrorwarnstufe

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London (dpa) - Ein Monat nach dem verhinderten Anschlag auf eine US-Passagiermaschine auf dem Flug nach Detroit hat Großbritannien die Terrorwarnstufe erhöht. Sie sei auf die zweithöchste Stufe angehoben worden, teilte Innenminister Alan Johnson am Freitagabend in London mit.

Damit steht die Warnstufe nun auf «ernst», nicht mehr wie seit Juli vergangenen Jahres auf «erheblich». In London finden kommende Woche zwei internationale Konferenzen zum Jemen und zu Afghanistan statt.

Die zweithöchste Alarmstufe bedeutet, dass ein terroristischer Angriff «sehr wahrscheinlich» sei. Johnson betonte jedoch, dass es keinerlei Erkenntnisse gebe, dass ein Anschlag unmittelbar bevorstehe. Erst Mitte vergangener Woche hatte Premierminister Gordon Brown aus Sorge vor Anschlägen durch das Terrornetzwerk El Kaida neue Sicherheitsmaßnahmen angekündigt. Direktflüge aus dem Jemen wurden vorübergehend eingestellt.

Bei einer Anhebung der Alarmstufe werden zum Beispiel die Sicherheitsvorkehrungen an Flughäfen erhöht. Einen konkreten Grund für die Entscheidung nannte Johnson vorerst nicht und verwies auf das Terrorismus-Analysezentrum des Inlandsgeheimdienstes. Dieses spreche seine Empfehlungen auf Grundlage verschiedener Faktoren aus, darunter auch «die Absichten und die Fähigkeit» terroristischer Gruppen.

Johnson brachte die Erhöhung nicht direkt in Zusammenhang mit dem versuchten Attentat auf eine US-Maschine am ersten Weihnachtstag. Ein Nigerianer hatte auf dem Flug von Amsterdam nach Detroit Sprengstoff an Bord geschmuggelt und versucht, diesen kurz vor der Landung zu zünden. Er soll den Sprengsatz im Jemen erhalten haben und von El Kaida dort ausgebildet worden sein. Auch hatte er eine Zeit in London gelebt.

Wie die Zeitung «The Times» am Samstag berichtete, hat die höhere Warnstufe möglicherweise etwas mit der Afghanistan-Konferenz am kommenden Donnerstag zu tun - es handle sich aber eher um eine «Vorsichtsmaßnahme» und nicht um konkrete Hinweise auf einen Anschlag. Zu dem Afghanistan-Treffen, bei dem über den Kriegseinsatz in dem Land beraten wird, sollen auch der deutsche Außenminister Guido Westerwelle sowie US-Außenministerin Hillary Clinton und der afghanische Präsident Hamid Karsai anreisen. Am Vortag findet zudem eine Jemen-Konferenz statt, bei der Vertreter aus 21 Staaten über die Lage in dem arabischen Land sprechen wollen. Aus Deutschland kommt der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Werner Hoyer.

Die höchste von fünf Terrorwarnstufe, «kritisch», galt in Großbritannien zuletzt im Sommer 2007. Damals hatten Attentäter Anschläge vor einem Nachtclub in London und auf dem Flughafen in Glasgow versucht.

Terrorismus / Großbritannien
23.01.2010 · 12:51 Uhr
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