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Griechenland treibt deutsche Aktien hoch

Börse in Frankfurt am MainGroßansicht

Frankfurt/Main (dpa) - Die erhoffte Zustimmung des griechischen Parlaments zum Sparpaket der Regierung hat die Aktienkurse in Deutschland am Mittwoch hochgetrieben. Als es am Nachmittag so weit war und das Votum positiv ausfiel, setzten leichte Gewinnmitnahmen ein.

Der Dax schloss mit einem Plus von 1,73 Prozent auf 7294,14 Punkte, nachdem er vor dem Ende der Abstimmung zeitweise deutlich über 7300 Punkte gestiegen war. Der MDax legte um 1,98 Prozent auf 10 748,03 Punkte zu. Der TecDax rückte um 2,69 Prozent auf 881,99 Punkte vor.

«Erwartung erfüllt», kommentierte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank die ausgebliebene Reaktion des Marktes. Das Votum sei von den Anlegern am Morgen bereits vorweggenommen worden, aber im Grunde sei nichts gewonnen. An der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit der griechischen Wirtschaft und den hohen Schulden des Landes ändere sich nichts. «Deswegen kam es zu keinem großen Hurra-Schrei, von einem nachhaltigen Befreiungsschlag kann keine Rede sein», sagte Halver. Dass nur 155 der insgesamt 300 Abgeordneten im griechischen Parlament für das Sparprogramm gestimmt hätten, zeige zudem, wie tief das Land gespalten sei.

Dennoch profitieren auch die anderen europäischen Börsen vom Ja der Griechen zum Sparpaket: Der EuroStoxx 50 gewann 1,89 Prozent auf 2802,55 Punkte und auch die Leitbörsen in Paris und London schlossen fest. In den USA legte der Leitindex Dow Jones zum europäischen Handelsschluss um rund 0,6 Prozent zu.

Spitzenwert im deutschen Leitindex war das Papier des Industriegüter- und Stahlunternehmens ThyssenKrupp, das um 4,30 Prozent auf 35,57 Euro zulegte. Die Papiere der Allianz profitierten mit plus 3,11 Prozent auf 94,91 Euro von einer Hochstufung durch die US-Bank Morgan Stanley.

Die Titel der Deutschen Börse rückten um 1,76 Prozent auf 52,10 Euro vor. Der Marktbetreiber hat inzwischen die EU-Kommission offiziell über seine Fusionspläne mit der NYSE Euronext in Kenntnis gesetzt. Kreisen aus Brüssel zufolge dürfte es keine tiefgreifenden Bedenken gegen den Zusammenschluss zur weltgrößten Börse geben.

Die Anteilsscheine von BMW fielen wegen Gewinnmitnahmen als schwächster Dax-Wert um 0,35 Prozent auf 68,86 Euro, nachdem sie zuvor bei 70,02 Euro ein Rekordhoch erreicht hatten.

Im MDax gewannen die neu in den Index aufgenommenen Aktien des Modeunternehmens Gerry Weber rund 1,5 Prozent. Sie hatten auch zuvor von dem angekündigten Austausch im Index der mittelgroßen Werte profitiert. In den SDax rückten für Gerry Weber die Titel des Internethändlers für Heimtierprodukte, Zooplus, nach und sprangen um rund sechs Prozent hoch.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,70 (Dienstag: 2,60) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,59 Prozent auf 123,94 Punkte. Der Bund Future verlor 0,58 Prozent auf 125,82 Punkte. Der Euro legte kräftig zu: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,4425 (1,4261) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,6932 (0,7012) Euro.

Börsen / Effekten
29.06.2011 · 22:49 Uhr
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