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Greenpeace protestiert an allen Atom-Standorten

Leuchtender Protest gegen AtomkraftGroßansicht

Hamburg (dpa) - An allen zwölf deutschen Atom-Standorten hat Greenpeace gegen längere Laufzeiten der Meiler protestiert. Kurz vor der Kabinettsentscheidung projizierten Aktivisten am Dienstag den Slogan «Atomkraft schadet Deutschland» auf die Kraftwerke.

Nach Berechnungen der Organisation führt die Laufzeitverlängerung zu fast 5000 Tonnen hoch radioaktivem Atommüll zusätzlich - das entspreche über 500 Castorbehältern. Greenpeace kündigte erneut Verfassungsklage gegen den Regierungsbeschluss an.

Bei Aktionen in Schleswig-Holstein griffen die AKW-Betreiber zu Gegenmaßnahmen: In Brunsbüttel strahlten sie Reaktoren und Kühltürme so hell an, dass der Slogan nicht zu lesen gewesen sei, sagte eine Greenpeace-Sprecherin. Die Umweltschützer wollten Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) noch umstimmen. «Das sogenannte Energiekonzept der Bundesregierung ist nicht mehr als die Verpackung für ein milliardenschweres Geldgeschenk an die Atomkonzerne», kritisierte Greenpeace-Energieexperte Tobias Münchmeyer.

Das Kabinett stimmte wenige Stunden nach den Aktionen dafür, dass die Atomkraftwerke in Deutschland im Durchschnitt zwölf Jahre länger am Netz bleiben sollen. Greenpeace befürchtet, dass durch Übertragung von Strommengen und Stillstandszeiten auch 2050 noch Atommeiler am Netz sein können. Die Organisation fordert die Abschaltung der sieben ältesten Reaktoren und des Meilers in Krümmel (Schleswig-Holstein) sowie einen endgültigen Atomausstieg bis 2015. Greenpeace kritisierte, dass Sicherheitsnachrüstungen eingeschränkt würden.

Energie / Atom / Kabinett
28.09.2010 · 22:44 Uhr
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