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Greenpeace: Merkel spielt mit gezinkten Karten

Hamburg/Berlin (dpa) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vorgeworfen, sich bei ihrer Atomlaufzeit-Entscheidung auf manipulierte Gutachten zu stützen.

«Die vorgelegten Gutachten zu den Energieszenarien liefern alles andere als fundierte Grundlagen für tragfähige Beschlüsse», sagte Greenpeace-Energieexperte Andree Böhling am Sonntag in Hamburg. «Bei ihrer Festlegung auf längere Laufzeiten stützt sich Bundeskanzlerin Angela Merkel auf offensichtlich manipulierte Studien, die zu den gewünschten Ergebnissen führen mussten», sagte Böhling. «Die Kanzlerin spielt mit gezinkten Karten.»

Zu Recht fordere Merkel, dass man bei der Energiepolitik die Bürger mitnehmen müsse. «Doch mit den geplanten Laufzeitverlängerungen bedient sie gegen den Willen der Mehrheit der Menschen im Land ausschließlich die Profitinteressen von vier Unternehmen und macht sich zur Kanzlerin der Konzerne», kritisierte der Energieexperte. «Damit wird sie die Wut und die Politikerverdrossenheit in der Bevölkerung weiter schüren.»

Merkel hatte zuvor ihre Festlegung auf 10 bis 15 Jahre längere Atomlaufzeiten auf Basis eines Energiegutachtens getroffen, das die Effekte längerer Laufzeiten auf die künftige Energieversorgung analysiert hatte. Es ist noch nicht veröffentlicht worden und sorgt bei der Interpretation teilweise für unterschiedlichen Auffassungen im Wirtschafts- und Umweltministerium.

Energie / Atom / Reaktionen
29.08.2010 · 21:51 Uhr
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