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Greenpeace fürchtet «neue Dimension der Katastrophe»

Ein Bild der Verwüstung bietet sich beim Blick auf diesen Teil der vom Erdbeben und dem folgenden Tsunami heimgesuchten Präfektur Iwate.Großansicht

Berlin (dpa) - Die Angaben der japanischen Regierung über einen beschädigten Reaktorbehälter deuten nach Einschätzung eines Greenpeace-Experten auf eine «neue Dimension der Katastrophe» hin.

Sollten die Informationen stimmen, könnten große Mengen von Radioaktivität freigesetzt werden, sagte Energieexperte Tobias Münchmeyer am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. «Wie schnell sich die Radioaktivität weiterverbreitet, ist nicht einzuschätzen.»

Regierungssprecher Yukio Edano hatte am Morgen mitgeteilt, bei einer Explosion in Block 2 im Atomkraftwerk Fukushima Eins um etwa 6.00 Uhr Ortszeit (22.00 Uhr MEZ) sei wahrscheinlich ein Teil des Reaktorbehälters beschädigt worden. Bei vorherigen Explosionen hatte es keine Meldungen über beschädigte Reaktorbehälter gegeben.

Die Regierung warnte zudem vor Gesundheitsschäden wegen deutlich gestiegener Strahlenbelastung. «Wenn diese Angaben korrekt sind, muss man vermuten, dass tatsächlich eine neue Dimension der Katastrophe erreicht ist», sagte Münchmeyer. Gestiegene Messwerte zeigten, dass mehr radioaktive Stoffe austreten. Für die Arbeiter, die benachbarte Reaktoren kühlen sollen, bedeute das erhöhte Belastungen und erhöhte Gefahren.

Münchmeyer erklärte weiter, in dem Reaktor 2 seien zwar keine Plutonium-Brennstäbe wie im Reaktor 3. Dennoch sei darin das hochgiftige Plutonium enthalten. «Durch das Abbrennen der Elemente wird Plutonium gebildet.» Das sei auch in Tschernobyl freigesetzt worden.

Gleichzeitig diene die Katastrophe in der Ukraine vor fast 25 Jahren als einziges vergleichbares Beispiel: «Ein Bersten eines Reaktordruckbehälters hat es im Prinzip nur das eine Mal in Tschernobyl gegeben.»

Erdbeben / Atom / Japan
15.03.2011 · 11:19 Uhr
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