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Gigantischer Schneesturm bedroht Chicago

Zuletzt war die US-Ostküste wie hier in New York am 27. Dezember im Schnee versunken.Großansicht

Washington (dpa) - Die Millionenmetropole Chicago hat sich am Dienstag für einen lebensbedrohlichen Monster-Blizzard gerüstet, während Teile des Mittleren Westens schon im Schnee versanken. «Mutter Natur lässt den Hammer niedergehen», warnte der Nationale US-Wetterdienst.

Dieser Sturm könnte leicht zum schlimmsten der Saison werden. «Reisen Sie nicht! Bleiben Sie drinnen!», mahnten die Meteorologen eindringlich. «Dieser Sturm ist lebensgefährlich.»

Im Staat Oklahoma fielen zeitweise acht Zentimeter Schnee pro Stunde, Soldaten der Nationalgarde befreiten steckengebliebene Autofahrer. Dort und in Missouri, Illinois und Kansas wurde vorsichtshalber der Notstand ausgerufen. In Missouri wurden 600 Nationalgardisten mobilisiert, in Illinois ebenfalls Hunderte in Alarmbereitschaft versetzt. «Die Leute sollen die Luken dicht machen und durchhalten», sagte Missouris Gouverneur Jay Nixon.

Zuvor waren Wintersturm-Warnungen für zwei Dutzend Bundesstaaten von New Mexico im Südwesten der USA bis Vermont an der Ostküste herausgegeben worden. Alles in allem könnte der zerstörerische Sturm, der seinen Höhepunkt am Mittwoch erreichen soll, am Ende 100 Millionen Menschen betreffen, meldete der US-Internetdienst «Weather.com» weiter. Auch die kanadische Provinz Ontario machte sich auf die Ankunft des Blizzards gefasst. Für die Nacht auf Mittwoch wurden Schneefälle von 20 bis 30 Zentimetern erwartet.

Im Nordwesten Indianas und in Chicago werden Schneehöhen bis zu einem halben Meter erwartet - das wäre der drittschwerste Blizzard in der Geschichte der Stadt. Über den Michigan-See, an dem die Metropole liegt, könnten Stürme mit rund 100 Stundenkilometern fegen. Bis zu acht Meter hohe Wellen könnten dann ans Ufer donnern.

Meteorologen riefen auch die Menschen im Großraum Chicago dringend auf, auf Reisen zu verzichten. «Überlegen Sie, ob es das wirklich wert ist, Ihr Leben aufs Spiel zu setzen.» Der Schneefall werde mitunter so intensiv sein, dass Räumtrupps nicht einmal Hauptstraßen und Autobahnen freihalten könnten. Selbst vor dem Schneeschaufeln warnten die Experten. Weil der Schnee sehr schwer sei, könnte es «ein sehr schweres und potenziell tödliches» Unterfangen werden.

Angetrieben wird die Schneefront von einem massiven Sturmsystem, das sich von den Rocky Mountains bis zur Atlantikküste erstreckt. Die Katastrophenschutzbehörde Fema hatte bereits vor dem Schlimmsten gewarnt. «Ein Sturm dieser Größe muss ernst genommen werden», sagte ihr Chef Craig Fugate. Anders als bei den Schneestürmen des bisherigen Winters sollen die Großstädte im Osten der Vereinigten Staaten diesmal vergleichsweise glimpflich davon kommen. Doch warnten Experten auch in Boston und New York vor dem Sturm.

Wetter / Unwetter / USA
01.02.2011 · 19:14 Uhr
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