Gewinnmitnahmen an den Börsen halten an
Von MANUEL PRIEGO-THIMMEL
FRANKFURT--Auch am Mittwochmittag geht es mit den Kursen an Europas Börsen nach unten. Nachlassende Hoffnungen auf geldpolitische Lockerungen und schwache internationale Vorlagen lasten auf den Kursen. In den USA waren die Leitindizes S&P-500 sowie Dow Jones Industrial zunächst auf Dreimonatshochs gestiegen, hatten die Gewinne anschließend aber wieder abgegeben. Und in Asien fielen die Kurse nach vergleichsweise schwachen Unternehmensdaten.
Der Euro-Stoxx-50 verliert 0,4 Prozent auf 2.423 Punkte. Für den DAX geht es 0,5 Prozent auf 6.942 Stellen nach unten. Ein Überwinden der 7.000er-Marke im DAX verzögert sich damit weiter.
Gedämpft wurden die Hoffnungen auf neue Stimuli der US-Notenbank durch die Einzelhandelsumsätze, die überraschend stark gestiegen sind. Nun verlagert sich die Spekulation nach Asien. Dort gebe es Hoffnungen, die People's Bank of China werde bereits zum Monatsende die Mindestreserveanforderungen für Banken weiter senken, sagt Jackson Wong von Tanrich Securities in Hongkong. Die Notenbank würde so die Kreditvergabe und letztlich die Konjunktur anschieben.
Mit Blick auf die USA wartet der Markt auf neue Konjunktur- und Preisdaten am Nachmittag. Weiter fallende Jahresteuerungsraten könnten die Notenbank wegen der Deflationsgefahren alarmieren. "Unterhalb einer Inflationsrate von einem Prozent würden die Alarmglocken klingeln; eine Stimulierung wäre wahrscheinlich", meint Robert Rethfeld von Wellenreiter-Invest. Erwartet wird allerdings ein monatlicher Anstieg der US-Verbraucherpreise um 0,2 Prozent, das entspräche einer Jahresrate von knapp 1,6 Prozent nach 1,68 Prozent im Juni.
Der Euro gerät bis zum Mittag unter Abgabedruck zum Dollar und notiert mit 1,2285 nun unter der Marke von 1,23. Die Korrektur könnte sich nun bis 1,2250 Dollar fortsetzen. Der Euro gilt als Risikowährung. Gerät der Euro unter Abgabedruck, ist das häufig ein negatives Signal auch für Aktien. Die Einheitswährung war bereits am Vortag von nachlassender Hoffnung auf quantitative Lockerungen in den USA belastet worden.
Aktien von Standard Chartered reagieren mit Gewinnen von 4,7 Prozent auf die Einigung der Bank mit den US-Behörden. Die Papiere haben bereits einen Gutteil der Verluste nach Vorwürfen illegaler Geschäfte mit dem Iran wieder aufgeholt. Die britische Bank hatte sich am Vorabend mit dem obersten Bankenregulierer New Yorks geeinigt. Das Finanzinstitut wird 340 Millionen US-Dollar zahlen und ihr internationales Geschäftsverhalten künftig durch Prüfer der Behörde überwachen lassen.
Im DAX verlieren die Papiere von Munich Re 1,3 Prozent auf 118,95 Euro. Morgan Stanley hat sich zurückhaltend zu den Aussichten der Rückversicherungssparte geäußert. Unter anderem machen die niedrigen Zinsen der Branchen zu schaffen. Im MDAX geben Rheinmetall-Titel um 4,4 Prozent nach. Die Anleger fürchten den Wegfall lukrativer Bundeswehr-Aufträge.
=== INDEX Stand +-% Euro-Stoxx-50 2.424,93 -0,30% Stoxx-50 2.565,13 -0,21% DAX 6.943,40 -0,44% FTSE 5.841,91 -0,39% CAC 3.440,18 -0,29% EUREX Stand +-Ticks Bund-Future 142,03% -37
DEVISEN zuletzt '+/- % Mi, 8.45 Uhr Di, 18.00 Uhr EUR/USD 1,2284 -0,44% 1,2338 1,2329 EUR/JPY 97,0029 -0,41% 97,4020 97,1735 EUR/CHF 1,2012 0,00% 1,2012 1,2011 USD/JPY 78,9420 0,01% 78,9370 78,8350 GBP/USD 1,5676 0,00% 1,5677 1,5689 === Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@dowjones.com DJG/mpt/flf