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Gewerkschaften stimmen neuen Kita-Tarifen zu

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Berlin (dpa) - Trotz massiver Bedenken der Gewerkschaftsmitglieder tritt der nach wochenlangem Arbeitskampf vereinbarte Tarifvertrag für kommunale Kindertagesstätten und Sozialeinrichtungen in Kraft.

Wie die Gewerkschaften ver.di und GEW am Freitag mitteilten, nahmen die betroffenen Mitglieder in getrennten Urabstimmungen den Abschluss zwar an. Bei ver.di waren es aber nur 55 Prozent. Bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) erhielt der Tarifabschluss von den organisierten Erzieherinnen und Sozialarbeitern 84 Prozent Zustimmung.

Ver.di-Verhandlungsführer Achim Meerkamp sagte: «Trotz vorhandener Kritik ist die Mehrheit der betroffenen Mitglieder für die Annahme dieses Ergebnisses.» Was die Aufwertung der sozialen Berufe angehe, habe man «einen Einstieg geschafft». Seine Kollegin von der GEW, Ilse Schaad, argumentierte: «Das Ergebnis zeigt, dass die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst einen realistischen Blick auf das hart erkämpfte Ergebnis haben.» Die Neuregelungen, die für die unterschiedlichen Gruppierungen zahlreiche Änderungen vorsehen, gelten vom 1. November an.

Die Tarifrunde für die 220 000 Beschäftigten der Sozial- und Erziehungsdienste zog sich über mehrere Monate hin und wurde bundesweit von Großdemonstrationen und wochenlangen Streiks in Kindergärten und Kindertagesstätten begleitet. Am 27. Juli erreichten die Gewerkschaften und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) einen Abschluss. Die Urabstimmungen liefen von Ende Juli bis 20. August.

Meerkamp hatte den Kommunen angeboten, sich gemeinschaftlich für eine Mit-Finanzierung durch Bund und Ländern einzusetzen. Der Tarifabschluss kostet den Berechnungen zufolge 500 bis 700 Millionen Euro. Laut Meerkamp profitieren vor allem Neubeschäftigte von dem Tarifabschluss. «Dass wir auch für die Alt-Beschäftigten die Aufwertung nicht so erreicht haben, das wird uns motivieren, in den kommenden Jahren an dem Thema zu arbeiten», hatte er kurz nach Abschluss des Tarifvertrages gesagt.

Mit der neuen Eingruppierung wird auch laut GEW vor allem für die Berufseinsteiger eine deutliche Einkommensverbesserung erreicht. Sie können ab November mit einer Gehaltssteigerung von bis zu 160 Euro rechnen. «Das ist ein Signal für junge Menschen, sich für diesen wichtigen Zukunftsberuf zu entscheiden. Mit den Dumpinglöhnen im Erziehungsbereich ist jetzt Schluss», sagte Schaad.

Laut Meerkamp bedeutet der Abschluss auch für 80 Prozent der Erzieherinnen und Erzieher eine deutliche Verbesserung. Eine Erzieherin erhielt nach ver.di-Angaben bislang 2130 Euro brutto, jetzt bekommt sie 2240 Euro, also 110 Euro mehr. Nach vier Jahren erhält sie anstelle von 2236 Euro nun 2400 Euro. Eine Erzieherin mit 18 Jahren Berufserfahrung bekommt 2.864 Euro, das sind rund 390 Euro mehr als sie früher nach 20 Jahren erhalten hat.

Große Bedeutung messe ver.di dem neuen Gesundheitsschutz-Tarifvertrag zu, sagte Meerkamp. «Mit Hilfe von Gefährdungsanalysen kann man jetzt sehr schnell Missstände an den einzelnen Arbeitsplätzen beheben.» Arbeitgeber sowie Personal- und Betriebsräte seien aufgefordert, das neue Instrument schnellstmöglich für die Beschäftigten in den Sozialberufen und in den Kindertagesstätten einzusetzen.

Tarife / Kommunen / Kindergärten
21.08.2009 · 15:50 Uhr
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