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Gewerkschaften kritisieren Lohndrückerei durch Werkverträge

Berlin (dts) - Die Gewerkschaften in Deutschland haben den Unternehmen vorgeworfen, immer mehr Arbeiten mit Werkverträgen auf Fremdfirmen zu übertragen, um die eigenen Lohnkosten zu reduzieren. "Werkverträge werden zunehmend in Industriebetrieben eingesetzt, um die Lohnkosten zu drücken. Stammbelegschaften werden dadurch reduziert und durch Beschäftigte von Werkvertragsunternehmen ersetzt", sagte IG-Metall-Vizechef Detlef Wetzel der "Süddeutschen Zeitung" (Montagsausgabe).

Dabei setzten inzwischen auch Unternehmen, die Leiharbeiter aufgrund von Vereinbarungen mit der Gewerkschaft gleich gut bezahlen, "gleichzeitig Werkvertragsunternehmen ein, die niedrigere Löhne zahlen", kritisierte das IG-Metall-Vorstandsmitglied. Auch Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), geht davon aus, dass Werkverträge zugenommen haben. Nach Angaben der NGG sind in der Schlachtindustrie mittlerweile bis zu 80 Prozent der Beschäftigten aus Subunternehmen, häufig aus Rumänien. "Ein Vorarbeiter beaufsichtigt dann eine Schar von ausländischen Werkvertragsarbeitnehmern, die teilweise unter extrem schlechten Bedingungen und für Hungerlöhne arbeiten", sagte Möllenberg. Auf dem Bau gebe es Werkverträge schon lange. "Viele Großbaufirmen haben einige hundert eigene Leute und stocken nach Bedarf um den Faktor fünf bis zehn mit Werkvertragsbeschäftigten auf", sagt Frank Schmidt-Hullmann, Abteilungsleiter bei der IG BAU. Der Mindestlohn, der in fast allen Gewerken am Bau gilt, werde dabei häufig mit Tricks umgangen, was für die Kontrolleure vom Zoll nur schwer nachzuweisen sei. Amtlich bundesweite Zahlen über Werkverträge liegen bislang nicht vor.
DEU / Arbeitsmarkt / Industrie
27.11.2011 · 18:55 Uhr
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