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Gewalttätiger Sex-Täter bricht aus Klinik aus

Der Eingangsbereich des weitläufigen Geländes der Karl-Jaspers-Klinik in Wehnen (Landkreis Ammerland).

Oldenburg (dpa) - Ein mehrfach vorbestrafter Sex-Täter ist aus dem Maßregelvollzug der Karl-Jaspers-Klinik im niedersächsischen Wehnen ausgebrochen.

Der 40-Jährige habe die Gitterstangen vor seinem Zimmerfenster verbogen und sei geflüchtet, sagte Joachim Dedden, Chefarzt der forensischen Klinik der Nachrichtenagentur dpa in Hannover. Wie er die massiven Stangen verbiegen konnte sei noch unklar. «Er ist der Erste, der hier die Flucht geschafft hat», betonte Dedden. Seit acht Jahren würden Sexualstraftäter in der Klinik betreut.

Die Flucht des Mannes wurde laut Polizei Oldenburg um 6 Uhr bei einem Kontrollgang bemerkt. Bei der nächtlichen Kontrolle um 3 Uhr sei er noch in seiner Zelle gewesen. Der schlanke Mann ist wegen mehrfacher Sexualstraftaten in Erscheinung getreten und gilt als sehr gewalttätig. Die Ermittler leiteten sofort eine Großfahndung ein. Die erste Überprüfung seiner privaten Kontakte im Umfeld der Klinik sei jedoch zunächst erfolglos verlaufen. Derzeit könne nicht gesagt werden, ob der Mann noch im der Region sei oder ob er sie bereits verlassen habe, hieß es.

Der 40-Jährige war zuletzt wegen einer Vergewaltigung im Januar 2010 im benachbarten Oldenburg verurteilt worden. Davor war er bereits im Jahr 2004 vom Landgericht Aurich wegen versuchter Vergewaltigung, Geiselnahme und gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren verurteilt. Die Polizei charakterisiert ihn als «sehr gewalttätig». Er sei 1,70 Meter groß, habe schütteres Haar, Brillenträger, ein lückenhaftes Gebiss und habe auf dem Unterarm ein Kreuz tätowiert.

Insgesamt verfügt die psychiatrische Klinik über 97 Therapieplätze. Vom Kaliber des Flüchtigen sei in der Klinik «rund eine Handvoll» untergebracht, sagte Dedden, wobei der 40-Jährige aufgrund seiner immensen Vorstrafen «aus dem Rahmen fällt». Er sei im vergangenen August in die Klinik gekommen und habe sich noch am Anfang seiner Therapie befunden. Lockerungen habe es daher für ihn bislang keine gegeben. Bis zu seiner Flucht habe er sich aber zurückhaltend und unauffällig verhalten.

Das Sozialministerium in Hannover schickte nach Bekanntwerden der Flucht umgehend einen Mitarbeiter nach Wehnen. Er solle vor Ort die Sicherheit überprüfen und Gespräche mit den zuständigen Mitarbeitern führen, sagte Sprecherin Heinke Träger.

Kriminalität / Justiz
09.07.2011 · 19:03 Uhr
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