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Gewalt und Pannen bei Wahl auf den Philippinen

Präsidentenwahlen auf den PhilippinenGroßansicht
Manila (dpa) - Die Präsidentenwahl auf den Philippinen ist am Montag von Gewalt mit mindestens 14 Toten und technischen Problemen überschattet worden. Mehrere hundert Wahlmaschinen fielen zeitweise aus.

Ungeachtet dessen war der haushohe Favorit Benigno «Noynoy» Aquino (50) auf Siegerkurs. «Wir werden unsere Wahlversprechen sofort umsetzen», sagte er in Erwartung des Siegs. Er hatte einen entschlossenen Kampf gegen die Korruption angekündigt. «Wir werden feststellen, was von den Staatsressourcen noch vorhanden ist.» Das Wahlergebnis wurde bis spätestens Mittwoch erwartet.

Aquino, Sohn der verstorbenen Ex-Präsidentin Corazon Aquino, lag in den letzten Umfragen mehr als 20 Prozentpunkte vor den nächsten Rivalen. Darunter waren der 2001 aus dem Präsidentenamt gejagte aber rehabilitierte Ex-Schauspieler Joseph Estrada sowie Senator Manuel Villar. Der Kandidat von Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo, Gilbert Teodoro, lag im Feld von neun Kandidaten abgeschlagen auf Platz vier.

Arroyo (63) regierte neun Jahre im Schatten schwerer Vorwürfe wegen Korruption und Wahlbetrug. Sie wurde zur unbeliebtesten Präsidentin seit dem Sturz von Ferdinand Marcos 1986. Arroyo bewarb sich für einen Parlamentssitz - um mit der Immunität einer Politikerin Korruptionsanklagen zu entgehen, meinten ihre Kritiker. Insgesamt besetzten die 50 Millionen Wähler fast 18 000 Ämter neu.

Nach Angaben von Polizei und Militär kamen bei Zusammenstößen von Anhängern rivalisierender Politiker mindestens 14 Menschen ums Leben. Vor allem im muslimischen Süden des Landes detonierten Bomben und Granaten. Auf den Philippinen werden politische Ämter oft über Generationen von Mitgliedern eines Familienclans besetzt. Herausforderer leben gefährlich. Im November kamen bei einem Anschlag 57 Menschen um. Angehörige eines Lokalpolitikers überfielen damals einen Konvoi mit Anhängern eines Herausforderers.

Das neu eingeführte vollautomatische System zur Registrierung der Stimmen funktionierte nicht fehlerlos. Fast 400 Scanner, die die Wahlscheine einlesen sollten, fielen aus, räumte die Firma Smartmatic ein, die die Wahlmaschinen installiert hatte. Es sei aber sofort für Ersatz gesorgt worden. «Die Stimmabgabe verlief nicht so schnell wie wir erwartet hatten», sagte der Vorsitzende der Wahlkommission, Jose Melo. Auch Aquino geriet wegen technischer Probleme in Tarlac City rund 75 Kilometer nördlich von Manila in sengender Hitze in eine Warteschlange. «Wir haben große Sorge, dass dies zu einer Entmündigung der Wähler in großem Stil führen könnte», sagte er.

Wahlen / Philippinen
10.05.2010 · 15:16 Uhr
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