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Gespräch: EHEC-Nachweis noch Wochen später möglich

Der Bakteriologe Holger Rohde vom Universitätsklinikum Eppendorf zeigt einen Auszug des genetischen Codes (Genom) des EHEC-Erregers O104.Großansicht

Berlin/Drolshagen (dpa) - Selbst mehrere Wochen nach einer EHEC-Infektion etwa in einem Restaurant kann der gefährliche Darmkeim dort noch nachgewiesen werden. «Chancen gibt es immer», sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes der Lebensmittelkontrolleure, Martin Müller, der Nachrichtenagentur dpa.

Solange die Umgebung das Wachstum eines Erregers begünstigt, ist er nachweisbar, erklärte Müller. Gerade da, wo die Hygiene nicht hundertprozentig gewesen sei, könne man immer noch was finden. «Weil man ja auch weiß, was man suchen will und was man zu finden hat.»

Zum Nachweis des Erregers reichten wenige lebensfähige Mikroben. Diese würden auf einem Nährboden gezüchtet, auf dem sie sich weiter vermehren.

Über die möglichen Ursprünge der Infektionswelle, dem Hamburger Hafen und einem Restaurant in Lübeck, sagte Müller: «Es hat sich hier auf etwas verengt, wo man vielleicht besser an die Quelle herankommt.» Die Räumlichkeiten würden komplett untersucht. «Hier wird wirklich akribisch, detektivisch jede Schublade, jede Gabel, jedes Lebensmittel einmal umgedreht.»

Wichtig sei, dass Gastwirte nachweisen müssten, was sie wann bei wem gekauft haben. «Wenn diese Kette dicht geflochten ist, kann man hier den Erreger hoffentlich finden», sagte Müller. «Es hat sich zwar bis über 90 Prozent der Fälle auf die Gurke konzentriert, aber es können auch alle anderen Lebensmittel gewesen sein.»

Kontrolleure untersuchen seinen Angaben zufolge - wie vor dem Ausbruch der EHEC-Epidemie - alle Lebensmittel stichprobenartig, nicht bloß Gurken, Tomaten und Salat. «Es wird jedes einzelne Lebensmittel untersucht, auf dem sich die Bakterien niederlassen können, auf dem sie sich teilen, auf dem sie wachsen können.»

«Aber es passiert immer wieder, dass man da dann auch noch danebengreift», sagte Müller. «Auf einem Lkw Gurken können wir nicht die eine Gurke nachweisen, die infiziert ist.» Es würde zum Beispiel eine Charge untersucht. Selbst wenn dabei kein EHEC gefunden werde, könnten Gurken drei vier Lagen darunter verseucht sein. «Das ist halt das große Dilemma.»

Gesundheit / Infektionen
04.06.2011 · 22:01 Uhr
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