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Geschenke, Gans und Kneipe: Vielseitiges Weihnachten

Das richtige Geschenk zu finden, empfinden viele als Stress.Großansicht
Hamburg (dpa) - Geschenke, Gans und Kirchen- oder Kneipengang: Wenn am Heiligabend die Bescherung naht, bedeutet das für viele Spaß und Harmonie. Manche finden Weihnachten aber auch ganz schön anstrengend.

Geschenke-Stress und Kocherei, dicke Luft statt Heiterkeit und wohlmöglich matschige statt weiße Weihnacht vermiesen einigen die Stimmung unter dem Tannenbaum. Eine gelungene Predigt in der Christmette bringt da vielleicht den einen Trost, andere suchen eher kleine Fluchten wie den späten Gang mit Freunden in die Bar.

Nach der Bescherung in die Kneipe

Für jeden Sechsten in Deutschland ist nach der Familienfeier Heiligabend noch lange nicht Schluss. Bei einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der «Apotheken Umschau» gaben 17,2 Prozent der Befragten an, sie träfen sich nach den Feierlichkeiten im Familienkreis noch mit Freunden oder vergnügten sich in Clubs, Bars oder Kneipen. Vor allem Teens und Twens freuen sich auf die Sause am späten Weihnachtsabend: Fast vier von zehn der 14- bis 29-Jährigen (38,8 Prozent) gehen anschließend noch mit Freunden aus.

Weihnachten als Fest der Besinnung feiern

Die Kirchen haben dazu aufgerufen, trotz aller Hektik Weihnachten als Fest der Besinnung zu feiern. «Viel zu viele ignorieren die Bedürfnisse der Seele», sagte die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Margot Käßmann, der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Auch wenn dein Leben aus den Fugen gerät, wenn du in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerätst, wenn die Klimakatastrophe dich beängstigt oder dein persönliches Leben wankt, ist Gottvertrauen das Beste, was ich dem Menschen empfehlen kann.» All das, was das Wichtigste sei im Leben, gebe es letztendlich nicht zu kaufen. «Freundschaft, Solidarität, Liebe, Vertrauen, Zuwendung, Zuneigung», sagte Käßmann.

In den vollen Kirchen an Weihnachten - etwa jeder Zweite besucht einen Gottesdienst - zeige sich eine große Sehnsucht vieler Menschen, betonte auch der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch.

Feiern in der Großfamilie liegt im Trend

Weihnachten in der Großfamilie feiern, das liegt nach Expertenmeinung wieder im Trend. Ein Grund dafür sei die Wirtschaftskrise. «Stabil ist oft nur noch die Familie, nicht mehr die Arbeitswelt», sagt der Tübinger Religionspädagoge Albert Biesinger der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Für viele Familien ist die Familie geradezu heilig geworden.» Biesinger warnt allerdings vor zu hohen Erwartungen: Ob die Feier an Heiligabend gelinge, hänge davon ab, wie es an allen anderen Tagen zu Hause aussieht.

Nach Weihnachten kommt die «Entlastungsdepression»

Das «Fest der Liebe» hinterlässt bei so manch einem Gefühle der Trauer, Erschöpfung und Einsamkeit, vor allem, wenn es zwischen Gänsebraten und Semmelknödeln zum Streit kommt. Nach den Feiertagen, spätestens aber im Januar, fallen viele Menschen in ein psychisches Loch, sagt Sina Zimmermann, Psychologin aus Köln. «Nach den anstrengenden Weihnachtstagen spürt man eigentlich erst, wie es einem geht. Häufig plagt einen die Erschöpfung.»

Fast jeder Fünfte möchte Weihnachten abschaffen

Viele Deutsche bekommen beim Gedanken an das Weihnachtsfest ziemlich gemischte Gefühle. Sie sehen sich unter Druck gesetzt und fürchten sich vor Streit, ergab eine repräsentativen Umfrage der GfK Marktforschung Nürnberg im Auftrag der «Apotheken Umschau». Fast jeder Fünfte (18,6 Prozent) würde Weihnachten am liebsten gleich ganz abschaffen.

Trend zum «Zweitbaum» - Rund 20 Millionen Weihnachtsbäume

In Deutschland wurden in diesem Jahr mehr Weihnachtsbäume verkauft als je zuvor: Rund 29 Millionen Weihnachtsbäume wurden aufgestellt, 500 000 mehr als im vergangenen Jahr, teilte der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie in Bad Honnef bei Bonn mit. Gründe dafür seien, dass die Zahl der Single-Haushalte zunehme und dass Gastronomie und Hotels mehr Bäume aufstellten. Außerdem kauften viele Menschen inzwischen einen zweiten Baum für draußen.

Geschenke-Stress: «Jede Gabe fordert Gegengaben»

Schenken hat viele Facetten. Der Historiker Prof. Gerd Althoff von der Universität Münster weiß: «Wenn ich ein Geschenk mache, drücke ich damit symbolisch aus, welches Verhältnis ich zu dem Beschenkten habe.» Mit dem Geben sei aber fast immer auch die Hoffnung auf Nehmen verbunden: «Gerade in vormodernen Gesellschaften konnte man sich mit Geschenken verbindliche Gegenleistungen erkaufen, zum Beispiel Frieden, Unterstützung oder Huld sichern. Wir sagen ja noch immer: Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft.»

Lady Di packte Weihnachtsgeschenke schon vorher aus Prinzessin Diana hat ihre Geschenke übrigens schon Wochen vor Weihnachten geöffnet. Das geht aus privaten Briefen an Dianas Kosmetikerin hervor, die im Februar in London versteigert werden.

Mediziner Grönemeyer empfiehlt Obst nach dem Braten

Dietrich Grönemeyer (57), Arzt und Buchautor, empfiehlt an Weihnachten Obst zu essen. «Wenn man fett und nahrhaft isst, wie wir das an Weihnachten machen, sollte man danach wie die Asiaten Obst reichen, etwa eine Orange oder einen Apfel», sagte Grönemeyer («Der kleine Medicus», «Mein Rückenbuch») der dpa in Frankfurt. Die Früchte direkt nach dem Essen aktivierten den Stoffwechsel. «Und einen Spaziergang nicht vergessen», rät der Mediziner.

300 Gramm Entenkeule im Knast

Viele Häftlinge werden am ersten Weihnachtsfeiertag mit ihrem Essen allein in der Zelle sein. Als Festessen im Gefängnis Plötzensee in Berlin gibt es Entenkeule (300 Gramm), Rotkohl (250 Gramm), zwei Klöße und ein 125-Gramm-Dessert.

Christmette wegen Papst vorverlegt

Höhepunkt nach der bereits Ende November begonnenen «liturgischen Adventszeit» ist in Rom wie alle Jahre wieder die Mitternachtsmesse am 24. Dezember im Petersdom. Mit Blick auf den bald 83-jährigen Papst ist der Beginn der Christmette auf 22.00 Uhr vorgezogen worden, Benedikt soll sich bis zur Weihnachtsbotschaft und dem Segen «Urbi et orbi» am folgenden Mittag etwas länger ausruhen können.

Lieder und Geschenke für Seeleute

Deutsche Weihnachtslieder und Geschenke sollen bei den über die Feiertage arbeitenden Seeleuten in aller Welt das Gefühl von Einsamkeit verhindern. Die Deutsche Seemannsmission (DSM) habe den Besatzungen Weihnachts-CDs mit einer auf sie zugeschnittenen Predigt und beliebten Liedern wie «Stille Nacht» geschickt, sagte die Generalsekretärin Heike Proske in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Bremen. Auch Pakete mit Gebäck, selbst gestrickten Socken und Telefonkarten sollen die Seeleute aufheitern.

Größte deutsche Weihnachtskrippe steht in Polenzko

Die größte deutsche Weihnachtskrippe steht in Polenzko in Sachsen- Anhalt. In der Dorfkirche ist dort das Jesuskind eingezogen. Die rund 700 Kilogramm schwere Einzelfigur und die Wiege sind aus einem Holzblock gefertigt worden. Den Chorraum der kleinen Dorfkirche füllen die drei Meter großen Figuren von Maria und Josef. Die Krippe wurde vom Holzbildhauer Horst Sommer geschaffen.

«Der kleine Lord» beliebtester Weihnachtsfilm

Zu Weihnachten mögen die Fernsehzuschauer etwas fürs Herz: Die Romanverfilmung «Der kleine Lord» ist der beliebteste Weihnachtsfilm in Deutschland, wie eine Umfrage des Internetfilmportals Moviepilot (www.moviepilot) ergab. Der bestplatzierte deutsche Film ist Loriots «Weihnachten bei Hoppenstedts» auf Rang sieben (14 Prozent).

Chronik / Brauchtum / Weihnachten
25.12.2009 · 22:03 Uhr
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