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Gericht startet Beweisaufnahme im Prozess um Kundus-Angriff

Bei einem von der Bundeswehr angeordneten Luftangriff auf zwei gekaperte Tanklastzüge in Kundus starben 2009 Dutzende Menschen, darunter viele Zivilisten. Foto: Jawed Kargar/ArchivGroßansicht

Bonn (dpa) - Zur Aufarbeitung der tödlichen Bombardements von Kundus in Afghanistan sind vor dem Bonner Landgericht Videoaufnahmen gezeigt worden. Das Material stammt aus US-Kampfjets und zeigt das Geschehen bei dem Einsatz am 4. September 2009.

In dem Verfahren geht es um erste Schadenersatzklagen von Hinterbliebenen ziviler Todesopfer gegen die Bundesrepublik Deutschland. Der Angriff auf zwei von Taliban-Kämpfern gekaperte Tankwagen mit etwa 100 Toten war damals vom Bundeswehr-Kommandeur Georg Klein veranlasst worden.

Das Gericht will klären, ob damit ein schuldhafter Verstoß Kleins gegen Amtsverpflichtungen zum Schutz der Zivilbevölkerung vorgelegen hat. Am Mittwoch stieg das Gericht in die Beweisaufnahme ein. Dabei sollten auch Gesprächsaufzeichnungen ausgewertet werden.

Vor dem Landgericht demonstrierten Kriegsgegner gegen den von der Bundeswehr angeordneten Einsatz. Die Organisatoren forderten eine Entschädigung für die Hinterbliebenen und eine «Strafverfolgung der deutschen Kriegsverbrecher».

Konflikte / Prozesse / Afghanistan / Deutschland
30.10.2013 · 15:21 Uhr
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