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Gericht: Schwere Fehler von Kapitän Schettino

Francesco SchettinoGroßansicht

Grosseto (dpa) - Der Kapitän des havarierten Kreuzfahrtschiffes «Costa Concordia» hat nach Einschätzung der zuständigen Untersuchungsrichterin schwere Fehler gemacht.

Francesco Schettino habe ein «unbesonnenes Manöver» durchgeführt, als er der Insel Giglio «viel zu nah kam», teilte das Gericht in Grosseto am Mittwoch mit. Außerdem habe der Kapitän nach der Kollision mit einem Felsen vor der toskanischen Insel den Schaden am Schiff «unterschätzt» und dadurch eine Alarmmeldung verzögert. Weil keine Fluchtgefahr bestehe, wurde der Kapitän unter Hausarrest gestellt. Er darf sein Haus nicht verlassen und nur mit Familienangehörigen Kontakt haben.

Die Staatsanwaltschaft von Grosseto wird gegen den Hausarrest Einspruch einlegen. Das kündigte Staatsanwalt Francesco Verusia im italienischen Radio an, wie die Nachrichtenagentur ANSA meldete. Anders als die Staatsanwälte sah die zuständige Richterin von Grosseto, Valeria Montesarchio, keine Fluchtgefahr bei Schettino. Wohl aber bestehe die Gefahr der Manipulation von Beweisen, so die Richterin.

Als Schettino den Luxuskreuzer verlassen hatte, habe er «keinen ernsthaften Versuch» unternommen, «zumindest wieder in die Nähe» der «Costa Concordia» zu kommen, wo die Evakuierung noch voll im Gange war, erklärte das Gericht nach der ersten Vernehmung des Kapitäns. Dass er zuvor nach dem Aufprall mit einer improvisierten Wende versucht habe, den Hafen von Porto Giglio zu erreichen, «entbindet ihn nicht von seiner Verantwortung», teilte das Gericht in einer schriftlichen Stellungnahme mit

Schettino selbst hatte am Dienstag vor Gericht Fehler eingeräumt, als er die Insel für einen außerplanmäßigen Schwenker ansteuerte. «Es ist etwas schief gelaufen, denn ich habe zu spät gelenkt», zitierte ihn der «Corriere della Sera». «Ich bin auf Sicht gefahren, denn ich kannte den Meeresboden.» Er sei die Route «schon drei- oder viermal abfahren, aber dieser Felsen hat mich überrascht», meinte Schettino.

Laut Tageszeitung «La Stampa» sagte der Kapitän: «Ich habe das Schiff gesteuert. Der Pilot neben mir betätigte das Steuer und ich habe die Anweisungen gegeben. An einem Punkt hätten wir nach rechts steuern müssen, um die Felsen zu umschiffen, aber diesen Punkt haben wir verpasst.»

Schifffahrt / Unfälle / Italien
18.01.2012 · 22:10 Uhr
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