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Gemüsebauern: Entschädigung der EU reicht nicht

Berlin (dpa) - 150 Millionen Euro als EHEC-Entschädigung in der EU sind aus Sicht der deutschen Gemüsebauern nicht genug. «Das ist weniger als das, was Spanien für sich allein reklamiert», sagte Karl Schmitz, Geschäftsführer der Bundesvereinigung der Erzeugergemeinschaften Obst und Gemüse.

Allein die deutschen Bauern seien in der Spitzenzeit ihrer Produktion und verlören täglich vier bis fünf Millionen Euro. «Der wirtschaftliche Schaden ist immens. Es hätte kein schlimmerer Zeitpunkt sein können.» EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos hatte am Dienstag mindestens 150 Millionen Euro als Entschädigung angekündigt.

Schmitz kritisierte den Umgang von Regierungen und Behörden mit der Krise und forderte, die pauschale Warnung vor Salat, Gurken und Tomaten zu differenzieren. Freiwillige Untersuchungen der Erzeugerorganisationen von mehr als 1000 Proben entlang der gesamten Produktions- und Lieferkette seien «EHEC-frei» gewesen.

Schmitz warf Mitgliedern der «Task Force» beim Bundeslandwirtschaftsmininsterium Unkenntnis und fehlendes Fingerspitzengefühl vor. «Man möge doch einen pensionierten Kriminalrat an das Kopfende setzen, der nachweislich zwanzig bis dreißig Schwerverbrecher gesucht und gefunden hat.» Die Bundesvereinigung vertritt nach seinen Angaben zwei Drittel der Obst- und Gemüseerzeuger in Deutschland.

Gesundheit / Infektionen / Landwirtschaft
08.06.2011 · 15:14 Uhr
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