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Geldanlage - Richtig absahnen in der Zinskrise

[/img]1. Juli 2012, Tatort Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main. Mario Draghi schreitet zur Tat und schraubt an seinem wichtigsten Instrument. Der oberste Währungshüter der EZB senkt einmal mehr die Leitzinsen, dieses Mal gar auf einen historischen Tiefstand. Bei 0,75 Prozent dümpelt der Leitindex, erstmals seit Einführung des Euro unter einem Prozent. Ein Schritt, um die Banken in der Eurokrise zu stärken.

Konsequenz für alle Sparer dagegen: Die Sparzinsen rutschen auf ein Niveau, das kaum noch ausreicht, um die herrschenden Inflationskosten aufzuwiegen. Das Geld schrumpft statt zu wachsen, die Zeiten des guten alten Sparbuchs sind ohnehin längst vorbei. Selbst Tagesgeldkonten oder Festgeld werfen, rechnet man die Inflationsrate gegen, keinen oder kaum noch Ertrag ab. Auch Optionen wie Bundesanleihen sind uninteressant. Der deutsche Staat genießt derzeit das Privileg, Kredite zum Nulltarif aufnehmen zu können.

Viele Sparer sind verunsichert, guter Rat in der Zinskrise ist teuer. Bei aller Verzweiflung geraten alternative Anlagen ins Visier. Warum angesichts des Geldverfalls nicht mal in «Steine» oder Edelmetalle investieren? Eine Variante, die gut überlegt sein sollte.

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«Bei Immobilien muss man aufpassen. Es ist nicht so, dass man damit kein Geld verlieren könnte», warnt Karin Baur von Finanztest. Außerdem stecke man in Immobilien hohe Geldbeträge, die eine breiter gestreute Anlage meist ausschließen, so die Expertin auf Nachfrage von news.de.

Die Mischung macht's

Auch das vermeintlich krisenfeste Gold ist mit Vorsicht zu genießen. «Im Grunde genommen spekuliert man dabei auf die Goldpreisentwicklung. Das ist keine sichere Geldanlage, man bekommt auch keine regelmäßigen Erträge wie Zinsen und Dividenden», sagt Baur. Letztendlich bleibe dies eine reine Preisspekulation und sei deshalb riskant.

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[/img]Vielmehr rät die Finanztest-Expertin den deutschen Sparern zu einer gut durchdachten Diversifizierung. «Im Grund sollte man sein Geld immer so anlegen, dass man verschiedene Geldanlagen hat», so Baur. Ein Mix aus Zinsanlagen und Aktienanlagen sei empfehlenswert. «Man hat dann mit den Zinsanlagen den Sicherheitsbaustein in seinem Depot und mit den Aktien Anlagen, die eine höhere Renditechance bieten», so Baur. Das persönliche Risiko müsse allerdings jeder selbst abwägen.

Private Kredite versprechen hohe Rendite

Renditen, die deutlich über der Inflationsrate liegen, verspricht auch das sogenannte «Private lending». Marktplätze wie Smava bieten dabei eine Online-Plattform zur Vermittlung von Privatkrediten. Für konkrete Anschaffungen oder Projekte lässt sich Geld einsammeln oder anlegen, vom Autokauf bis zur Wohnungsrenovierung. Das Portal wirbt mit bis zu zehn Prozent Rendite.

Explizit abraten will Karin Baur von solchen Angeboten nicht. «Wenn man das Risiko beachtet, kann man sowas auch machen. Aber wenn man eine richtige Basisgeldanlage sucht, dann würde ich schon eher klassisch in Festgeld oder Tagesgeld investieren.»

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[news.de] · 13.07.2012 · 10:38 Uhr
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