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Geistlicher bei Anschlag in Pakistan getötet

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Islamabad (dpa) - Ein als scharfer Kritiker der Taliban bekannter islamischer Geistlicher ist bei einem Selbstmordanschlag in der ostpakistanischen Metropole Lahore ums Leben gekommen.

Wie die Polizei am Freitag mitteilte, drang der jugendliche Attentäter kurz nach dem Freitagsgebet in die von Maulana Sarfraz Naeemi geleitete Madrassa ein und sprengte sich in die Luft. Dabei seien drei weitere Menschen getötet und sechs verletzt worden. Durch die Wucht der Detonation stürzten Teile einer zu der Koranschule gehörenden Moschee ein. Das Militär setzte unterdessen die Großoffensive gegen radikal- islamische Aufständische im unruhigen Nordwesten des Landes fort.

Bei einem weiteren Selbstmordanschlag vor einer Moschee in der Nordwest-Grenzprovinz starben mindestens acht Menschen. Mehr als 100 Gläubige seien verletzt worden, als der Täter ein mit Sprengstoff beladenes Auto zur Explosion brachte, sagte ein Regierungssprecher. Den Angaben zufolge liegt die Moschee in der Nähe eines Militärdepots in der Stadt Nowshera und wird vor allem von Soldaten besucht.

Zuvor schlugen Sicherheitskräfte in der Provinzhauptstadt Peshawar einen Sturmangriff mutmaßlicher Taliban-Kämpfer auf die Residenz des Kommandeurs der Regierungstruppen in der Nordwest-Grenzprovinz zurück. Zwei Angreifer seien bei dem Feuergefecht getötet und fünf weitere festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Im südwestlich von Peshawar gelegenen Distrikt Hangu starben zudem vier Polizisten, als ein am Straßenrand versteckter Sprengsatz explodierte.

Der in Lahore getötete Rechtsgelehrte Maulana Sarfraz Naeemi hatte die Taliban immer wieder öffentlich angegriffen und vor allem Selbstmordanschläge als «nicht mit dem Islam vereinbar» verurteilt. Gleichzeitig befürwortete Maulana Naeemi ausdrücklich die Ende April gestartete Großoffensive des Militärs gegen die Aufständischen im Swat-Tal und den angrenzenden Distrikten. Das Militär teilte am Freitag mit, bei neuen heftigen Gefechten in der Gebirgsregion seien mindestens 39 Aufständische getötet worden. Zudem seien zehn Soldaten ums Leben gekommen. Mitte der Woche hatte die Armee die Offensive auch auf andere Teile der Nordwest-Grenzprovinz ausgeweitet.

Die Extremisten reagierten auf die Offensive in den vergangenen Wochen mit einer Serie blutiger Anschläge. Erst am Dienstag waren bei einem Anschlag auf ein Luxushotel in Peshawar 18 Menschen getötet worden. Vor einer Woche riss ein Selbstmordattentäter in einer Moschee im Distrikt Dir fast 50 Menschen während des Freitagsgebets mit in den Tod. Bereits Ende Mai starben bei einem Bombenanschlag im Zentrum der ostpakistanischen Millionenstadt Lahore über 20 Menschen.

Konflikte / Pakistan
12.06.2009 · 15:50 Uhr
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