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Gefahr in Nachterstedt schon 1994 bekannt

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Nachterstedt/Magdeburg (dpa) - Schon lange vor dem verheerenden Erdrutsch in Nachterstedt hat sich Sachsen-Anhalts Landesregierung mit der Lage am Tagebau-Restloch beschäftigt. Bei dem Unglück im Juli 2009 waren drei Menschen ums Leben gekommen.

In einem Kabinettsbeschluss von 1994 sei von einer «besonderen Gefahrensituation» die Rede, die bei der Sanierung von Tagebauen wie in Nachterstedt berücksichtigt werden müsse, berichtete der MDR am Freitag. Das Wirtschaftsministerium bestätigte, dass sich das Kabinett schon damals mit dem Thema befasst habe. Grundlage für die Feststellung in dem Beschluss seien aber keine konkreten Erkenntnisse für Nachterstedt, sondern die «im Bergbauwesen generell vorhandenen Gefahren», teilte das Ministerium in Magdeburg mit.

Der Braunkohle-Abbau in Nachterstedt war 1991 eingestellt worden, danach begann die Flutung des Restlochs.

In dem Beschluss aus dem Sommer 1994 wird auf die Gefahr eines sogenannten Setzungsfließens hingewiesen, das die Halden an dem Tagebau-Restloch gefährden könnten. Ein Setzungsfließen, das bei lockerem Boden von eindringendem Wasser ausgelöst wird, gilt auch als mögliche Ursache für das Unglück im vergangenen Sommer.

Nach MDR-Angaben wurden trotz der Hinweise keine zusätzlichen Bodenproben in der Nähe der späteren Unglückssiedlung veranlasst. Ein Gutachter des Landesbergamtes bestätigte dem Sender, dass Bodenproben mehrere hundert Meter entfernt von der Unglücksstelle genommen worden waren. Auf Grundlage dieser Proben seien die Berechnungen für die Böschungskante an der Unglückssiedlung erfolgt.

Notfälle / Erdrutsch
19.02.2010 · 14:19 Uhr
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