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Gedenkgottesdienst für Opfer des Flugzeugabsturzes

Gedenkgottesdienst für Flug 447Großansicht
Düsseldorf (dpa) - Bewegender Abschied von den Opfern des Flugs AF 447: Mit einer ökumenischen Trauerfeier ist in Düsseldorf der Menschen gedacht worden, die bei dem Absturz der Air-France- Maschine über dem Atlantik am Pfingstmontag ums Leben kamen.

Unter den Gästen der Zeremonie, bei der unter anderem die Namen der 28 deutschen Opfer verlesen wurden, waren Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und der französische Botschafter Bernard de Montferrand. Erste Untersuchungen von Toten des Unglücks legen indes nahe, dass der Airbus A330 ohne Explosion auseinandergebrochen ist. Die Obduktion von 16 Leichen habe ergeben, dass die Passagiere keine Verbrennungen, aber zahlreiche Knochenbrüche erlitten hätten, schrieb die Zeitung «O Estado de São Paulo».

Tiefensee kam zur Trauerfeier, um im Namen der Bundesregierung seine «tiefe Anteilnahme» auszusprechen. «Wir kommen, Schulter an Schulter mit Ihnen zu stehen und versuchen, Trost zu spenden.» Im Gedenken wurden Kerzen angezündet, eine für jedes der 28 deutschen Opfer - fünf weitere für Opfer, die deutsche Angehörige haben. Ein 34. Licht brannte für alle weiteren der insgesamt 228 Toten.

Nach Angaben eines brasilianischen Vize-Admirals wurden inzwischen im Atlantik mit hoher Wahrscheinlichkeit weitere sechs Passagiere des Flugzeugs tot geborgen. Damit sind insgesamt 50 Insassen der Unglücksmaschine gefunden worden.

Laut «O Estado de São Paulo» wurde bei ersten obduzierten Opfern kein Wasser in den Lungen gefunden, was dafür spreche, dass sie nicht ertranken. Vieles spreche für ein Auseinanderbrechen, beispielsweise auch, dass die Opfer zum Teil 85 Kilometer voneinander entfernt gefunden wurden. Dies wäre ungewöhnlich, wenn das Flugzeug komplett ins Wasser gestürzt wäre.

Die weiterhin fast hoffnungslose Suche nach den Flugschreibern des Airbus fachte die Experten-Debatte um deren Zukunft neu an. Einige Experten plädieren seit dem Unglück dafür, künftig für eine ständige Übertragung der Flugschreiber-Daten via Satellit zu sorgen. Beim Internationalen Luft- und Raumfahrt-Salon in Le Bourget bei Paris hieß es, viele Piloten seien dagegen, weil sie nicht wollten, dass alle ihre Gespräche und Kabinengeräusche gespeichert werden. Eine automatische Übermittlung wäre zudem recht teuer.

Die trauernden Angehörigen können nach Einschätzung eines Professors für Luftverkehrsrecht nicht mit Entschädigungen in Millionenhöhe rechnen. «Was einige Anwälte in den Medien versprechen, ist unrealistisch», sagte Ronald Schmid, ehemaliger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Reiserecht, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der britische Anwalt James Healy-Pratt hatte erklärt, er wolle «im Schnitt eine Million Euro pro Opfer rausholen».

Beim Absturz des Airbus sei der Gerichtstand für deutsche Angehörige entweder in Frankreich oder in Deutschland, erläuterte Schmid. Die Airline sei verpflichtet, Angehörigen Schadenersatz zu zahlen. Diese Entschädigung berechnet sich nach dem, was der Verunglückte in seinem Leben noch verdient hätte und wie viele Menschen er finanziell unterstützen musste.

Nach Informationen der französischen Zeitung «Le Monde» können die Hinterbliebenen der Opfer schon bald mit Entschädigungszahlungen der Versicherer rechnen. Von mehreren Finanzkonzernen könnten demnach etwa 330 Millionen Euro ausgezahlt werden, schrieb die Zeitung.

Luftverkehr / Unfälle
13.06.2009 · 18:08 Uhr
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