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Gauweiler will als Partei-Vize drohenden Machtverlust der CSU verhindern

Berlin (dts) - Der CSU-Bundestagsabgeordnete und Partei-Rebell Peter Gauweiler will mit seiner Kandidatur für den stellvertretenden Parteivorsitz einen möglichen Machtverlust der CSU in Bayern verhindern. "Man muss ja kein unverbesserlicher Pessimist sein, um zu erkennen, dass die CSU schwierige Zeiten durchlebt", sagte Gauweiler der "Bild am Sonntag". "Ich sehe die aktuellen Umfragen, die eine Regierungsbildung ohne CSU nicht ausgeschlossen erscheinen lassen. Und deswegen möchte ich, wenn die CSU es bei der Wahl in zwei Jahren nicht packen sollte, nicht einen klugen Zeitungskommentar darüber schreiben, sondern vorher wenigstens versuchen, mich mehr einzubringen, um das zu verhindern."

Einen möglichen Machtverlust der CSU sieht Gauweiler als Schaden sowohl für seine Partei als auch für den Freistaat: "Wenn Bayern und die CSU getrennt würden, würde das die Partei ins Herz treffen. Das gilt aber auch für Bayern, sein Selbstverständnis und die Selbstbestimmung unseres Freistaats mitten in Deutschland und Europa. Das geht so mit den anderen Parteien und ihrem auf den Zentralstaat bezogenen Machtanspruch nicht." Mit einem eurokritischen Kurs könne die CSU Wahlen wieder "haushoch" gewinnen, so Gauweiler. "Die CSU ist ja weder rechts noch links, sondern eine Formation ganz eigener Art. Die Basis ist gesund und nach wie vor kraftvoll. Wir kämpfen für ein Europa der Regionen. Wir brauchen ein Gegengewicht zu den freiheitsfeindlichen und grundrechtsfeindlichen Tendenzen der supranationalen Organisationen." Gauweiler unterstützt uneingeschränkt die Festlegung von Parteichef Horst Seehofer, dass die CSU einer weiteren Erhöhung des Euro-Rettungsschirms die Zustimmung verweigern wird: "Mein Beitrag wäre ja auch das klare Signal: Achtung, mit uns ist das nicht mehr zu machen. Wir von der CSU haben den unbedingten Willen, da richtig verstanden zu werden." Auch im Falle seiner Wahl zum stellvertretenden Vorsitzenden will Gauweiler seine Rolle als Querdenker nicht aufgeben: "Ich werde auch in Zukunft sagen, was ich denke, und danach handeln. Die alte Regel aus der Ära von Strauß ist doch zeitlos: Sagen, was man denkt, und tun, was man sagt."
DEU / Parteien
02.10.2011 · 07:44 Uhr
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