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Gauck: Ich bin kein Anti-Parteien-Kandidat

Berlin (dpa) - Präsidentschaftsbewerber Joachim Gauck hat sich gegen Vorwürfe verwahrt, er wolle auf einer Woge wachsender Politikerverdrossenheit ins höchste Staatsamt gewählt werden. «Ich bin kein Vertreter einer Anti-Parteien-Bewegung».

Das sagte der Repräsentant der DDR-Demokratiebewegung von 1989 am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Für solche Unterstellungen gebe es von ihm kein einziges belegbares Zitat.

Gauck verwies darauf, dass er bereits in einer Video-Botschaft an sein Unterstützerlager klar gemacht habe, seine Kandidatur richte sich nicht gegen die Parteien. Seine Bewerbung dürfe «weder von Unterstützern noch von Gegnern meiner Kandidatur zu einem Signal gegen Politikverdrossenheit umgedeutet werden». Seine Sympathisanten hätten sich völlig unabhängig von ihm organisiert. Es sei deshalb auch klar, dass «nicht jede ihrer Äußerungen auch meine Ansichten enthalten».

Der 70-Jährige kündigte an, dass er sich am 22. Juni auf einer Veranstaltung in Berlin-Mitte der Öffentlichkeit vorstellen wolle. All denen, die mit ihm bislang nur die Aufarbeitung der Stasi-Akten verknüpfen, wolle er sich erklären. Ausführliche Aussagen zu den aktuellen Politikthemen werde es dabei aber nicht geben - «ich mache ja keinen Wahlkampf». Er wolle weiter vor allem das Freiheitsthema in den Mittelpunkt stellen und dabei unter anderem konkretisieren, was dies in Zeiten knapper Kassen bedeute.

Der frühere Pfarrer, der von SPD und Grünen für das höchste Staatsamt vorgeschlagen wurde, wird nach eigenen Angaben auch einer Einladung der Linkspartei nachkommen, mit deren Abgeordneten zu sprechen. Er sei aber noch nicht sicher, ob diese Debatte tatsächlich zustande komme. Von Union und FDP im Bund gebe es mit Blick auf die Bundesversammlung derzeit keine offizielle Einladung.

Bundespräsident
15.06.2010 · 18:16 Uhr
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