
Warren Spector hat in einem Interview mit der englischsprachigen Webseite gamesindustry.biz die
übertriebene Gewaltdarstellung, die seiner Meinung nach neuerdings in vielen Videospielen vorherrscht, verurteilt, und der gesamten Industrie empfohlen, damit aufzuhören.
Vor allem im Verlauf der E3 2012 in Los Angeles sei ihm die übertriebene Gewaltdarstellung aufgefallen, so Spector. Vor allem die Verbindung der Brutalität mit einer eher jugendlichen Sichtweise von Sexualität sei geschmacklos:
"Die übertriebene Brutalität muss aufhören. Wir müssen aufhören, so etwas zu mögen. Ich glaube einfach nicht an das Effekte-Argument. Ich glaube vielmehr, dass wir aus der Brutalität einen Fetisch machen, und in manchen Fällen wird sie sogar mit einem jugendlichen Herangehen an Sexualität vermengt. Ich finde das einfach geschmacklos. Und ich glaube am Ende wird uns das in Schwierigkeiten bringen."
Spector stört sich vor allen Dingen an der äußerst detaillierten Gewaltdarstellung, die zudem keinerlei Unbehagen mehr beim Spieler hervorrufe, wie es etwa noch bei
Deus Ex der Fall gewesen sei:
"Wir sind zu weit gegangen. Das in Zeitlupe spritzende Blut, die Pfählungen durch tödliche Assassinen, die Messer, Schultern und Ellbogen, die sich in Kehlen bohren. Wisst ihr, auch in Deus Ex gab es Momente der Brutalität, aber sie waren so designed - wobei ich nicht weiß ob erfolgreich oder nicht -, dass sie beim Spieler Unwohlsein verursachen sollten, und solche Dinge sehe ich im Moment nicht mehr. Ich denke wir wollen hier der Denkweise von Heranwachsenden Gerecht werden, und nennen das dann erwachsen. Es ist an der Zeit, das zu beenden. Ich bin einfach nur froh, für ein Unternehmen wie Disney zu arbeiten."