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Gäfgen lehnt Gericht als befangen ab

Der verurteilte Kindermörder Magnus Gäfgen in einen Verhandlungssaal des Landgerichts in Frankfurt am Main.Großansicht

Frankfurt/Main (dpa) - Vor der anstehenden Entscheidung über seine Schmerzensgeldklage hat der verurteilte Kindsmörder Magnus Gäfgen gegen die zuständige Zivilkammer am Frankfurter Landgericht einen Befangenheitsantrag gestellt.

Nun drohe die für den 4. August angekündigte Urteilsverkündung zu platzen, berichtet die «Frankfurter Rundschau». Gäfgens Anwalt Michael Heuchemer bestätigte auf Anfrage, dass am Montag der Befangenheitsantrag gestellt worden sei.

«Wir hegen die Besorgnis, dass die Kammer eine Vorfestlegung auf ein Urteil getroffen hat», zitierte die Zeitung Heuchemer. Dem Gericht seien noch umfangreiche Schriftsätze und Hinweise auf Verfahrensfehler vorgelegt worden. Dennoch habe das Gericht bereits einen Tag nach Erhalt der letzten Anträge der Presse mitgeteilt, dass ohne weitere Beweiserhebung schon am 4. August das Urteil verkündet werde, sagte Heuchemer demnach weiter. «Das ist sehr ungewöhnlich und auch merkwürdig», zitiert die «Rundschau» den Juristen.

Wegen des Verdachts der uneidlichen Falschaussage bei dem Zivilprozess hatte Gäfgen vergangene Woche zudem Strafanzeige gegen den ehemaligen Vizepräsidenten der Frankfurter Polizei, Wolfgang Daschner, und einen Polizeibeamten erstattet.

Das Frankfurter Landgericht muss entscheiden, ob der inzwischen 36 Jahre alte Mörder des Bankierssohns Jakob von Metzler vom Land Hessen Schmerzensgeld für psychische Spätfolgen erhält, die auf ein Polizeiverhör vom 1. Oktober 2002 zurückzuführen sein sollen. Mit unerträglichen Schmerzen hatte Daschner damals den leugnenden Entführer bedrohen lassen, um am vierten Tag der Entführung endlich das Versteck der Geisel zu erfahren. Der Junge konnte aber nur noch tot geborgen werden.

Prozesse / Kriminalität / Polizei
02.08.2011 · 08:14 Uhr
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