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Gaddafi-Treue lassen Journalisten ziehen

Mit Helmen und kugelsicheren Westen bekleidete ausländische Journalisten steigen eine Treppe im Rixos-Hotel empor.Großansicht

Tripolis (dpa) - Aufatmen nach fünf Tagen: Gaddafis Kämpfer haben am Mittwoch mehrere Dutzend ausländische Journalisten und Diplomaten ziehen lassen. Alle seien unversehrt, berichteten die Reporter der Sender CNN und BBC, Matthew Chance und Matthew Price.

Die Reporter hätten das Nobelhotel Rixos in einem Fahrzeugkonvoi verlassen. Zuvor hätten ihnen Anhänger Gaddafis erklärt, dass sie gefahrlos gehen könnten.

«Es war ein Alptraum», sagte Chance. Alle seien «restlos erleichtert». Auch der BBC-Reporter Matthew Prise bestätigte die Freilassung der Reporter nach Tagen der Angst. Die etwa 37 Mitarbeiter verschiedener Medienanstalten sowie mehrere Diplomaten waren seit dem Vordringen der Aufständischen nach Tripolis zu Wochenbeginn in dem Hotel festgehalten worden. CNN nannte das eine «Fünf-Sterne-Geiselhaft».

Die etwa 40 Männer und Frauen seien seit Sonntagabend daran gehindert worden, das Nobelhotel zu verlassen, hatte die Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen (ROG) in Paris mitgeteilt. Dabei hatte sich die Lage immer weiter zugespitzt. So sei das Essen knapp geworden; Wasser und Strom habe es nur noch sporadisch gegeben, berichtete Price. Zudem lebten die Festgehaltenen zum Schluss meist auf den Fluren und in der Lobby des Hotels mit schusssicheren Westen und Helmen, um nicht bei Schießereien oder Raketenangriffen verletzt zu werden.

Auf den Gängen patrouillierten Bewaffnete, berichtete Price. Einen Kameramann des britischen Fernsehsenders ITN hätten die Bewaffneten mit einem Schnellfeuergewehr des Typs AK 47 bedroht, um ihn am Verlassen des Hotels zu hindern. Zudem gingen die Festgehaltenen davon aus, dass Gaddafi-treue Scharfschützen auf dem Dach postiert waren.

Was die Kämpfer am Mittwochnachmittag umstimmte, war zunächst unklar. Zuvor hatte Reporter ohne Grenzen die Konfliktparteien aufgefordert, die Sicherheit aller Journalisten im Land sicherzustellen. Der Übergangsrat müsse zudem alles dafür tun, um eine sichere und ungehinderte Berichterstattung über die Kämpfe zu gewährleisten.

Konflike / Medien / Libyen
24.08.2011 · 18:15 Uhr
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