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Gaddafi sagt Freilassung von Schweizern zu

Die Verhaftung des Gaddafi-Sohnes Hannibal in Genf hatte die Krise zwischen Bern und Tripolis ausgelöst, in deren Folge die zwei Schweizer Geschäftsleute festgesetzt wurden.Großansicht
Bern/Tripolis/New York (dpa) - Der libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi will sich persönlich für die Ausreise der in seinem Land festgehaltenen Schweizer Geschäftsleute einsetzen.

Das habe Gaddafi dem Schweizer Bundespräsidenten Hans Rudolf Merz am Rande der UN-Generaldebatte in New York zugesagt, wie das Finanzministerium in Bern am Donnerstag mitteilte. Das Ministerium bestätigte damit einen Bericht der libyschen Nachrichtenagentur JANA, nach dem Merz Gaddafi am Mittwochabend in New York aufgesucht habe. Merz habe von Revolutionsführer Gaddafi die sofortige Rückkehr der beiden in Libyen zurückgehaltenen Schweizer gefordert, wie es der Schweiz mehrfach versprochen worden sei.

Merz hatte am 20. August nach Gesprächen mit der libyschen Führung erklärt, die beiden Geiseln, die nach einem Streit um die Festnahme von Gaddafis jüngstem Sohn Hannibal in Genf unter Arrest gestellt worden waren, könnten binnen weniger Tage in die Schweiz zurückkehren. Dies hätten ihm die Libyer zugesichert. Die beiden Geschäftsleute konnten jedoch, obwohl sich Merz im Namen der Schweiz für die Festnahme entschuldigt hat, bislang nicht ausreisen. Nach Angaben des Ministeriums haben nun beide Seiten ihren Willen bekräftigt, ein zwischen beiden Staaten geschlossenes Abkommen über die Normalisierung der Beziehungen zügig umzusetzen.

Die libyschen Behörden werfen den zwei Schweizern vor, sie hätten gegen die Visabestimmungen des Landes verstoßen. Ihre Festnahme wird jedoch als Vergeltungsaktion für den Fall Hannibal interpretiert. Hannibal Gaddafi und seine Ehefrau waren im Juli 2008 unter dem Verdacht der Körperverletzung in einem Genfer Hotel vorübergehend festgenommen worden. Sie sollen zwei arabische Hausangestellte geschlagen haben, was die Beschuldigten bestreiten. Der Fall hatte Vater Gaddafi damals so erbost, dass er bei den Vereinten Nationen einen Antrag auf Auflösung der Schweiz stellte.

UN / Justiz / Libyen / Schweiz
24.09.2009 · 14:35 Uhr
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