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G7-Finanzminister: Gemeinsam gegen Aufwertung des Yens

Tokio (dpa) - Die G7-Finanzminister und Notenbankpräsidenten gehen gemeinsam gegen die Aufwertung des japanischen Yens vor. In einer Telefonkonferenz in der Nacht sei beschlossen worden, den starken Anstieg der Währung gemeinsam zu bremsen.

Dies sagte der japanische Finanzminister Yoshihiko Noda nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo. Japan, die USA, Großbritannien, Kanada und die Europäische Union tätigten daraufhin koordinierte Verkäufe der japanischen Währung und Ankäufe des Dollars.

Der japanische Aktienmarkt erholte sich daraufhin am Freitagmorgen (Ortszeit) leicht. Zum Handelsbeginn stieg der Nikkei-Index für 225 führende Werte um 233,58 Punkte oder 2,61 Prozent auf 9196,25 Punkte. Der US-Dollar wurde um kurz nach 9.30 Uhr wieder mit mehr als 80 Yen gehandelt, wie Kyodo berichtete.

In einer gemeinsamen Mitteilung der Finanzminister und Notenbankchefs vom Donnerstag (Ortszeit) hieß es, die Teilnehmer hätten «ein aufeinander abgestimmtes Eingreifen in die Devisenmärkte» beschlossen. «Wir werden die Devisenmärkte genau beobachten und entsprechend zusammenarbeiten.» Der Yen war am Donnerstag auf den höchsten Stand gegenüber dem US-Dollar seit dem Zweiten Weltkrieg gestiegen. Der starke Yen setzt Japans Wirtschaft zusätzlich unter Druck.

Die Aufwertung wird darauf zurückgeführt, dass japanische Investoren und Versicherer dringend Geld brauchen, um die Schäden aus der Natur- und Nuklearkatastrophe zu beheben. Deshalb steigt die Nachfrage nach Yen. In der Nacht zum Donnerstag wurde der Dollar zeitweise mit 76,25 Yen gehandelt - so wenig wie noch nie in der Nachkriegsgeschichte. Mitte 2007 mussten für einen Dollar noch mehr als 120 Yen gezahlt werden.

Diese Entwicklung macht japanische Produkte, die im Dollar-Raum verkauft werden, deutlich teurer. Selbst Unternehmen, die wie der Autohersteller Toyota in den USA produzieren, leiden unter dieser Entwicklung. Sie erhalten deutlich weniger Yen für in den USA verkaufte Autos.

Der im Vergleich zum Dollar starke Yen ist seit Jahren eines der größten Probleme der japanischen Wirtschaft. Vor der Natur- und Nuklearkatastrophe hatte sich der Dollar in einer Bandbreite zwischen 80 und 85 Yen bewegt.

Die japanische Notenbank hatte in den vergangenen Tagen Finanzspritzen in Milliardenhöhe gewährt. Sie reagierte damit auf den hohen Liquiditätsbedarf der Banken.

Erdbeben / Atom / Finanzen / Währung / Japan
19.03.2011 · 00:35 Uhr
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