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Fußball-EM 2012 - Europa braucht den Fußball-Krieg

[/img]Fußball ist Kriegsersatz, das ist großartig so und es wäre noch schöner, wenn wirklich alle Länder mitmachten. Dass nun im Viertelfinale der EM 2012 ausgerechnet Griechenland auf Deutschland trifft, ist eine herrliche Chance, die verquasten Rangeleien des politischen Marionettentheaters endlich wieder ehrlich auf dem Schlachtfeld auszutragen.

Mario Gomez hat Gel und Georgios Samaras nur Schuhcreme für seine Haare? Egal, auf dem Platz geht es um echte Tugenden namens Kraft, Schweiß, Taktik und Zusammenhalt, und wenn alles vorbei ist, werden die Trikots getauscht und gemeinsam die Wunden geleckt.

Bei der EM 2012 ist das Prinzip Fußball mal wieder wirklich zu spüren. Zu ernst ist die Lage für unseren Planet Erde, zu drastisch klafft die Arm-Reich-Schlucht jetzt auch in Europa, zu präsent ist der nackte Kampf ums Überleben in Syrien und um die Freiheit in Nordafrika und zu wütend sind wir auf die da oben, die weiter ohne Gewissen mit uns spekulieren, als dass wir nicht alle im Bedürfnis nach klaren Verhältnissen dem Ball zujubeln wollten.

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Im linken Zentrum läuft zur EM 2012 wieder Deutschland

Selbst das Leipziger Kulturzentrum Conne Island, sehr sensibel für Politisches und hypersensibel für Patriotisches, zeigt zur EM 2012 plötzlich wieder Deutschlandspiele. Vom Fähnchengeschwenke 2006 geschockt, grenzte sich der linke Verein 2008 und 2010 betont von «lustvollem Patriotismus» (FAZ), «unverkrampftem Nationalgefühl» (Spiegel) und «Feiernationalismus» (Conne Island) ab und zeigte zu Spielen der deutsche Fußballnationalmannschaft «maximal ein Testbild».

2012, im letzten Vorrundenspiel der Gruppe B, Dänemark gegen Deutschland, schaltet der Beamer auf dem Freisitz des Conne Island nur während der Nationalhymne kurz zum Traumschiff ins ZDF rüber. Ein Mädel bekam am Einlass ein Shirt zum Überziehen ausgehändigt, weil sie offenbar nicht mitbekommen hatte, dass «Deutschlanddevotionalien» hier nicht auf den Hof kommen und das auch kontrolliert wird.

Doch nach der Hymne läuft auch hier Dänemark gegen Deutschland, Torjubel inklusive, alles eine Spur entspannter als an den meisten Public-Viewing-Spots. «Viele von uns wollen die Spiele der EM sehen und das im besten Fall auf einer großen Leinwand und in angenehmer Gesellschaft. Das geht, wenn wir nicht irren, am besten auf dem Freisitz des Conne Island, wo wir in diesem Jahr alle Spiele der EM zeigen wollen. Dabei ist es den Fußballfans unter uns wichtig, qualitativ guten Fußball zu sehen und nicht irgendeine deutschnationale Identität zu feiern», hat das Plenum dort im Juni entschieden.

Geht doch. Das Gerangel um die albernen Deutschlanddevotionalien hat sich gelegt, es ist ja auch alles gesagt. Wer sich unbedingt zum Honk machen will, bitteschön. Auch wir haben hier noch ein paar heiße Tipps zusammengestellt. Und natürlich sind auch in diesem Jahr ein paar Autonome auf Tour, die sich die Deutschlandfähnchen an den Autos nicht entgehen lassen und lieber Anarchie-Taschen daraus nähen wollen.

[/picseq]Der Fußballprotest spielt bei der EM 2012 nicht in Deutschland

Aber allein, dass der «Patriotismus - Nein Danke»-Aufkleber der Grünen Jugend schon von der WM 2010 recycelt ist, spricht Bände. Wer unbedingt dagegen sein will, kann sich auch noch den Anti-Song von SDP aus dem Jahr 2007 reinziehen und dort zum Beispiel die Zeile hören: «Mit Fußball kompensieren sie ihren nationalen Dreck.» Na, ist doch super, zumal es bei der osteuropäischen Schlammschlacht so richtig schön spritzt. Fußballfreie Kneipen braucht keine Frau mehr, die sich gegen die Spielerfrauen profilieren muss und beim Public Viewing lauter kreischt als die Männer grölen können. Und auch die Privatsender haben kapituliert und spielen nur noch alte Blockbuster und Sitcoms ab, während bei ARD und ZDF der Fußball brodelt.

Trotz so peinlicher Intermezzi wie der nationalistischen Özil-Twitter-Hetze - der Fußballprotest hat 2012 andere Bühnen, und die stehen in der Ukraine. Julia Timoschenkos dubiose Gefangenschaft, das Abschlachten von Straßenhunden im Vorfeld der EM und der antisexistische Titten-Protest von Femen - was in der fragilen Demokratie Ukraine passiert, ist derzeit einfach krasser als deutsche Befindlichkeiten.

Konzentrieren wir uns also auf den Krieg am Ball. Die Bild geht mit gutem Beispiel voran und knüpft an antike Kriegsformen an, indem sie ihren «trojanischer Reporter» in die griechische EM-Jugendherberge schickt, um die Mannschaft auszuspionieren. Wie sich der moderne Fußballkrieg taktisch auf dem Rasen gestaltet, lesen Sie am Freitag bei news.de vor dem Viertelfinalspiel Deutschland gegen Griechenland. Und nach 90 Minuten ist dann wieder Frieden.

[news.de] · 21.06.2012 · 11:38 Uhr
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