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Fürstentum Filettino: Ein Dorf gegen Rom

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Rom (dpa) - Um sein Dörfchen vor den Sparplänen der italienischen Regierung zu retten, hat ein Bürgermeister in Mittelitalien ein eigenwilliges Projekt auf den Weg gebracht: Den Weg in die Unabhängigkeit.

Nach dem Vorbild von San Marino will Luca Sellari seine knapp 600 Einwohner zählende Heimat östlich von Rom zum «Fürstentum Filettino» machen. Eigenes Geld hat sich das Dorf dafür schon gedruckt: Die Banknote «Fiorito», mit dem Kopf des Bürgermeisters geziert. Nun sammelt Sellari die notwendigen Gelder, um seinem Dorf zu einer eigenen Nationalbank zu verhelfen.

«Das ist der erste wichtige Schritt für die Gründung eines unabhängigen Fürstentums», zitierten italienische Medien den Bürgermeister am Sonntag. Und schwierig sei es auch nicht, erklärte Sellari. Fünf Millionen Euro Startkapital reichten aus und es gebe schon große Firmen, die an dem Projekt interessiert seien.

Ursprünglich wollte Sellari sein Dorf mit dem Schritt vor dem Verschwinden bewahren. So hatte Ministerpräsident Silvio Berlusconi noch Mitte August geplant, alle Kommunen mit weniger als 1000 Einwohnern zusammenzulegen, um Geld für den maroden Staatshaushalt zu sparen. Die Maßnahme ist inzwischen wieder vom Tisch, die Idee des «Principato Filettino» aber noch nicht.

Und selbst wenn der fürstliche Plan des eigensinnigen Bürgermeisters nicht vollendet werden sollte, hat er Filettino doch zumindest zu Geld bringender Bekanntheit verholfen. Nicht nur die «New York Times» und die Schweizer «20 Minuten» beschäftigten sich mit dem Dörfchen, auch der arabische Fernsehsender al-Dschasira interessierte sich für den Fall. Ein wahrer Touristenboom war bisher die Folge. Ob die Fürstenträume des Luca Sellari sich erfüllen, bleibt abzuwarten.

Finanzen / Gesellschaft / Buntes / Italien
04.09.2011 · 16:31 Uhr
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