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Fünf Tote bei Zusammenstößen in Bangkok

Thailändische Regierungsgegner demonstrierenGroßansicht
Bangkok (dpa) - Die seit Wochen andauernden Protestaktionen gegen die thailändische Regierung haben am Samstag erstmals Menschenleben gefordert: Bei einem massiven Einsatz der Sicherheitskräfte gegen zehntausende Regierungsgegner in Bangkok starben nach Krankenhausangaben mindestens fünf Personen.

Wie es aus mehreren Hospitälern weiter hieß, wurden rund 300 Menschen verletzt. Unter den Toten sei auch ein japanischer Reporter der Nachrichtenagentur Reuters gewesen, sagte ein Krankenhausdirektor.

In den Straßen der thailändischen Metropole kam es zu bürgerkriegsähnlichen Konfrontationen: Die Armee zielte mit Wasserwerfern in die Menge und feuerte Tränengasgranaten, um die Proteste aufzulösen. Die nach der Farbe ihrer T-Shirts benannten Rothemden verbarrikadierten sich hinter Straßensperren und attackierten Soldaten und Polizisten mit Speeren und anderen Wurfgeschossen.

Die Sicherheitskräfte hatten Order, die Straßen bis zum Abend zu räumen. «Wir stellen Gesetz und Ordnung wieder her», sagte Regierungssprecher Panitan Wattanayakorn - doch gelang das nicht. Die Demonstranten blieben auf den Straßen. «Dies ist eine Volksrevolution», rief einer der Anführer der Protestbewegung UDD, Veera Muksikpong. Er forderte Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva erneut zum Rücktritt auf.

Als deutlich wurde, dass der Militäreinsatz nicht den erwünschten Erfolg haben würde, setzte die Regierung - wie in den vergangenen Wochen mehrfach und erfolglos - erneut auf Dialog. «Wir glauben, das jetzt Verhandlungen nötig sind, um Gebäudeschäden zu verhindern und Leben auf beiden Seiten zu schützen», sagte ein Armeesprecher. Zuvor hatte die Regierung allerdings Haftbefehle gegen 25 führende Mitglieder des Oppositionsbündnisses UDD erwirkt. Verhaftet wurde niemand.

Zehntausende Rothemden waren vor vier Wochen mit der Forderung nach Neuwahlen nach Bangkok gezogen und haben seitdem Teile der Stadt lahmgelegt. Abhisit hat Wahlen zwar bis Ende des Jahres angeboten, doch seine Gegner wollen nicht so lange warten. Die Demonstranten sind zumeist Anhänger von Ex-Regierungschef Thaksin Shinawatra. Das Militär hatte den Milliardär nach fünf Jahren im Amt 2006 gestürzt. Er feuert die Demonstranten aus dem Exil an und finanziert sie weitgehend. Die Regierung hatte am Mittwoch den Ausnahmezustand verhängt, der öffentliche Versammlungen verbietet. Mit der Fortsetzung ihrer Proteste forderten die Demonstranten die Regierung offen heraus.

Konflikte / Thailand
10.04.2010 · 18:32 Uhr
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