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Friedrich feiert Bronze - Vlasic wieder zu stark

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Barcelona (dpa) - Ariane Friedrich verbeugte sich vor dem Publikum und strahlte dabei. Bei der Leichtathletik-EM in Barcelona gewann die Hochspringerin wie schon bei der WM 2009 die Bronzemedaille, sie verlor am Sonntag erneut gegen ihre Dauerrivalin Blanka Vlasic aus Kroatien.

Aber die Frankfurterin war zufrieden. «Ich freue mich über die Medaille», sagte sie. Mit 2,01 Metern sprang die 26-Jährige genauso hoch wie die Zweitplatzierte Schwedin Emma Green. Die benötigte dafür jedoch einen Versuch weniger. Vlasic meisterte als Einzige 2,03 Meter und schrie die Freude über ihren ersten Europameister-Titel laut heraus.

Der Wettkampf gehörte zum Spannendsten und Emotionalsten, das diese EM zu bieten hatte. Lange Zeit sah es gut aus für Friedrich, denn Vlasic riss 1,95 und 1,97 Meter im ersten Versuch und haderte wiederholt mit sich selbst. Friedrich leistete sich bis zur Höhe von 2,01 Metern keinen Fehlversuch und wirkte deutlich selbstsicherer.

Jenseits der magischen Zwei-Meter-Marke stieß die Deutsche an diesem Abend jedoch an ihre Grenzen. 2,01 schaffte sie noch im dritten Versuch, an 2,03 scheiterte sie dreimal, während Vlasic auf einmal beide Höhen ohne Probleme übersprang. Die 26-Jährige hüpfte danach jeweils wie aufgedreht über die Anlage. Sie ballte ihre Fäuste und lief zu ihrem Trainer. Das zeigte die ganze Anspannung, unter der die Favoritin stand. Der EM-Titel hatte ihr noch gefehlt. «Ich hatte null Selbstvertrauen heute. Zum Glück hat es gereicht», sagte sie.

Im direkten Duell zwischen Vlasic und Friedrich steht es nun 18:5 für die Kroatin. Gemessen an der Vorgeschichte ist diese Medaille für Friedrich aber ein Erfolg. Gleich dreimal musste die Polizistin in den vergangenen Monaten Verletzungspausen einlegen: Im Winter plagten sie Rückenschmerzen, im März verpasste sie wegen einer Entzündung der Patellasehne die Hallen-WM, im Mai rutschte sie im Training aus und riss sich das Knie auf. Noch in Barcelona musste sie feststellen, «technisch noch nicht auf dem Niveau des letzten Jahres» zu sein.

Ihre Pechsträhne hatte nur ein Gutes: Sie reduzierte die Erwartungshaltung. 2009 war Friedrichs Duell mit Vlasic eines der meist gehypten Ereignisse der WM. «Den Druck möchte ich nicht noch einmal haben», sagte die Frankfurterin. Vor der EM war es deutlich ruhiger um sie - und Friedrich auch deutlich gelassener. Sie sprang in Barcelona mit einem neuen Tiger-Tattoo auf dem Rücken und pinkfarbenen Schuhen. Darin lief sie auch nach ihrem Ausscheiden eine Ehrenrunde. Zwischendurch mag sie von Gold geträumt haben. Noch vor fünf Monaten schien aber sogar Bronze noch unrealistisch zu sein.

Leichtathletik / EM / Hochsprung / Frauen
01.08.2010 · 22:15 Uhr
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