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Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi ist wieder frei

Rangun (dts) - Die Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi ist am Samstag aus dem Hausarrest der Militärjunta von Myanmar entlassen worden. Die Absperrungen um das Haus, in dem die 65-Jährige die meisten der vergangenen 21 Jahre unter Hausarrest verbracht hatte, sind entfernt worden. Vor der Freilassung hatten sich bereits mehrere hundert Menschen vor dem Haus in Rangun versammelt.

"Hier herrscht eine elektrisierende Euphorie", sagte ein westlicher Diplomat. Sie mache einen "sehr frischen Eindruck" und scheine "sehr entspannt, sehr lebendig" zu sein. Über die Dauer der Freiheit bestehen bei Experten allerdings Zweifel, da in der Vergangenheit das Regime die Politikerin nach Freilassungen stets schnell wieder festgenommen hat. Die Bedenken sind durch die Ankündigung Suu Kyis begründet, sich keinen Auflagen zu unterwerfen. Dazu zähle auch die Forderung, ihre politischen Aktivitäten einzustellen. Für Sonntag hat die mehrfache Preisträgerin ein Treffen mit Mitgliedern ihrer eigentlich aufgelösten Partei angekündigt. Die Freilassung der Oppositionellen wurde auch von Bundeskanzlerin Merkel begrüßt. "Aung San Suu Kyi ist eine Symbolfigur für den weltweiten Kampf für die Verwirklichung der Menschenrechte. Ihre Gewaltlosigkeit und Unnachgiebigkeit haben sie zu einem bewunderten Vorbild werden lassen", erklärte die Bundeskanzlerin. Das Komitee des Nobelpreises in Schweden hat zudem Suu Kyi angeboten, die Nobelvorlesung nachzuholen, die Friedensnobelpreisträger im Zuge ihrer Ehrung in Oslo halten dürfen. 1991 verhinderte dies der verhängte Hausarrest. Suu Kyi benötigt für das Halten der Vorlesung allerdings die Zustimmung der Militärregierung, da diese über eine Ausreise entscheidet. Die Politikerin ist 1989 erstmals nach dem Verbot ihrer 1988 gegründeten "National League for Democracy" (NLD) von dem Militärregie unter Hausarrest gestellt worden. Sie verbrachte seitdem lediglich fünf Jahre in Freiheit. Die NLD gewann 1990 die Wahlen in Myanmar, welche jedoch von der Junta nicht anerkannt wurden. Von den Wahlen Anfang November dieses Jahres war die Partei, die sich für eine gewaltlose Einführung von Demokratie und Freiheit in Myanmar einsetzt, ebenfalls ausgeschlossen.
Myanmar / Militär / Wahlen / Leute
13.11.2010 · 20:03 Uhr
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