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Friedensnobelpreisträger Yunus kritisiert Regierung in Bangladesch

Dhaka (dts) - Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus, 71, hat Angst um sein Lebenswerk. "Es ist schrecklich zu sehen, wie die Dinge zu zerfallen drohen, die ich aufgebaut habe", sagte der Wirtschaftsprofessor der "Süddeutschen Zeitung" (Freitagsausgabe) in seinem ersten großen Interview nach seiner Amtsenthebung im April. Die Regierung seines Heimatlandes Bangladesch hatte ihn als Chef der von ihm gegründeten Grameen Bank abgesetzt, weil er das Pensionsalter für Banker überschritten habe.

"Die Erlebnisse der vergangenen Wochen waren grässlich. Niemals hätte ich mit so etwas gerechnet: Aus der eigenen Bank gejagt zu werden, ohne nachvollziehbaren Grund", sagte Yunus der SZ. Der Streit gehe weiter: "Die Regierung versucht jetzt, die Statuten der Grameen Bank zu ändern, um ihren Einfluss weiter auszuweiten", so Yunus. Die Folge sei ein Desaster: "Meine Idee ginge verloren, alles fiele auseinander. Wenn Politiker die Macht an sich reißen, würde die Bank zu einer Regierungsinstitution verkommen, in die Misswirtschaft und Ineffizienz Einzug hielten. Es wäre nicht mehr die Bank, die den Friedensnobelpreis bekam." Zwar werde er die Pläne der Regierung anfechten, er zweifelt aber daran, dass ein Gericht in Bangladesch etwas gegen eine Regierungsentscheidung unternehme. Neben der Grameen Bank versucht die Regierung auch, weitere von Yunus gegründete Firmen unter ihre Gewalt zu bringen. In den vergangenen Jahren hatte Yunus gemeinsam mit Danone, BASF und anderen internationalen Konzernen sogenannte Sozialunternehmen gegründet, also Firmen, deren Ziel es nicht ist, Profit zu machen, sondern Menschen zu helfen.
Bangladesch / Weltpolitik / Leute
24.06.2011 · 02:00 Uhr
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