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Frau bekommt nach Schimpansen-Attacke neues Gesicht

Vor dem AngriffGroßansicht

Washington (dpa) - Zwei Jahre nach einer Schimpansen-Attacke hat eine Amerikanerin ein neues Gesicht erhalten. Die Transplantation sei erfolgreich verlaufen, teilten Ärzte des Krankenhauses in Boston mit, in dem die Frau Ende Mai 20 Stunden lang operiert worden war.

«Schön» und «erstaunlich» - so beschrieb ein Bruder auf einer Klinik-Pressekonferenz am Freitag (Ortszeit) das Gesicht. Die Patientin selbst konnte es nicht sehen. Sie hatte beim Angriff des Tieres die Augen verloren und ist weiterhin blind.

Die 57 Jahre alte Frau aus dem Bundesstaat Connecticut war 2009 von einem Schimpansen angegriffen worden, den sich eine Freundin als Haustier hielt. Sie verlor neben den Augen auch die Nase. Ihr Mund wurde so sehr zerstört, dass sie keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen konnte. Sie atmete mit Hilfe eines Schlauches und verbarg ihr Gesicht unter einem Schleier - so schlimm war sie entstellt. Der Schimpanse riss ihr außerdem den linken Unterarm ab, von der rechten Hand blieb nur noch der Daumen übrig.

Bei der Operation im renommierten Brigham and Women's Hospital wurden auch zwei Hände verpflanzt. Sie mussten der Patientin aber wenige Tage später wieder abgenommen werden. Die Transplantation der Hände schlug nach Angaben der Ärzte fehl, weil die Frau nach der Operation an einer Lungenentzündung mit anschließender Blutvergiftung erkrankte. Dadurch sank der Blutdruck, die Blutzufuhr in die Hände reichte nicht aus. Die Ärzte schließen aber einen neuen Versuch zu einem späteren Zeitpunkt nicht aus.

Es war nach Medienberichten die dritte komplette Gesichtstransplantation in den USA und das erste Mal, dass zugleich auch zwei Hände verpflanzt wurden. Ein anderes Krankenhaus hatte zuvor die überaus komplizierte Operation mit der Begründung abgelehnt, dass die Verletzungen der Frau zu gravierend seien.

Die behandelnden Ärzte sind optimistisch, dass ihre Patientin im Laufe der nächsten Monaten schrittweise in der Lage sein wird, normal zu essen, zu atmen, zu sprechen und zu lächeln. Wie sie vor der Operation verriet, freut sie sich besonders darauf, einen Hamburger zu essen.

Unfälle / Medizin / USA
12.06.2011 · 12:31 Uhr
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